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Video ansehen: „How to Adjust Bobbin Tension in Machine Embroidery“ von Embroidery Nurse
Wenn weiße Unterfäden oben durchblitzen, wirkt selbst das schönste Monogramm unruhig. Die gute Nachricht: Oft liegt es nicht an der ganzen Maschine – sondern an einer leicht zu schwachen Spulenspannung. In diesem Guide zeigen wir dir, wie du das blitzsauber korrigierst und dein Projekt rettest.
Was du lernen wirst
- Wie du lose Spulenspannung sicher erkennst und nicht fälschlich die Oberfadenspannung verdächtigst.
- Wie du die winzige Schraube an der Spulenkapsel in ¼–½ Drehung justierst – ohne Überdrehen.
- Wie du das Motiv exakt überstickst, um sichtbare Unterfäden zu verdecken.
- Woran du das perfekte Ergebnis erkennst und wann der Service sinnvoll ist.
Spulenspannung verstehen
Was ist Spulenspannung? Die Spulenspannung ist der Widerstand, mit dem der Unterfaden aus der Spulenkapsel gezogen wird. Sie bestimmt zusammen mit der Oberfadenspannung, wo sich beide Fäden treffen – idealerweise auf der Stoffrückseite. Ist die Spulenspannung zu locker, zieht der Oberfaden den Unterfaden nicht nach hinten, und die weißen Unterfäden erscheinen oben.

Warum ist korrekte Spannung wichtig? Sichtbare Unterfäden lassen Flächen transparent wirken, Buchstaben verlieren Kontur – das Ergebnis wirkt unruhig. Gerade bei Sketch- oder leichten Füllstichen fällt das auf. Eine fein justierte Spulenspannung sorgt für gleichmäßiges Stichbild und professionelle Optik.
Lose Spulenspannung erkennen - Sichtprüfung: Weiße Unterfäden blitzen an mehreren Stellen der Stickfläche durch – auch quer über Buchstaben.

- Fühltest: Der Unterfaden lässt sich aus der Kapsel fast widerstandslos ziehen. Das ist ein klarer Hinweis auf zu wenig Spannung.

- Erfahrungsregel: Wenn ein Motiv jahrelang sauber lief und plötzlich weiße Fäden zeigt, ist oft die Spule – nicht die ganze Maschine – die Ursache.

Profi-Tipp Notiere dir die Ausgangsposition der Schraube (z. B. als Foto), bevor du justierst. So kannst du jederzeit zurück.
Werkzeuge: klein, aber entscheidend
Der winzige Schraubendreher In deinem Maschinenzubehör steckt ein kleines Flach-Schraubendreherchen. Genau das brauchst du, um die seitliche Schraube an der Spulenkapsel minimal zu drehen.

Deine Spulenkapsel Halte die Kapsel in der Hand, damit du die Schraube gut siehst und fühlst, wie der Faden vor und nach der Justage läuft. Ein kurzer Blick auf Spule und Kapsel hilft, Bauteile zu identifizieren.


Achtung Die Schraube reagiert extrem sensibel. Kleine Drehwinkel haben große Wirkung. Überdrehen kann neue Probleme erzeugen.
Anleitung: Schritt für Schritt justieren
1) Aktuelle Spannung testen Nimm die Spulenkapsel heraus und ziehe am Unterfaden. Bewegt er sich sehr frei, ist die Spannung zu locker. Das bestätigst du mit einem kurzen Zugtest mehrmals hintereinander.

2) Mikro-Justage vornehmen Suche die kleine seitliche Schraube an der Kapsel. Drehe mit dem kleinen Schraubendreher ganz behutsam im Uhrzeigersinn („righty-tighty“) – zunächst um ¼, maximal ½ Drehung.



3) Nach dem Drehen erneut testen Ziehe wieder am Faden. Du solltest nun deutlich mehr Widerstand spüren. Wenn gar kein Faden mehr herauskommt, war es zu viel – dann minimal gegen den Uhrzeigersinn lösen.

Kurzcheck
- Vor der Drehung: Faden läuft zu leicht.
- Nach ¼–½ Drehung: spürbar straffer Zug.
- Keine Gewalt anwenden, immer in Kleinstschritten arbeiten.
Rettung durch Übersticken
Warum Übersticken? Ist das Projekt noch eingespannt, kannst du nach der Justage exakt über die vorhandenen Stiche sticken. So verschwindet der ehemalige weiße Unterfaden optisch – das Ergebnis wirkt wie neu.

Ausrichtung & Stabilisierung sichern Lasse den Rahmen auf dem Projekt, vermeide neues Einspannen. Gute Stabilisierung unter dem Stoff bleibt entscheidend, gerade bei Jersey oder feinem Gewebe. Achte auf passgenaues Ausrichten, damit die zweite Stichfolge exakt deckungsgleich läuft.

Das Ergebnis prüfen Starte die Maschine und beobachte den Stichaufbau: Oben sollte nun kein weißer Unterfaden mehr durchkommen. Nach Abschluss des Überstickens kontrolliere das Motiv bei gutem Licht.

Aus den Kommentaren: Häufige Fragen, echte Lösungen
- „Ich habe ewig an der Oberfadenspannung gedreht – und die Spule war’s!“ Viele bestätigen, dass der Wechsel des Fokus auf die Spulenkapsel die schnelle Lösung brachte.
- Puckern? Ein Hinweis aus dem Kanal: Futter/Einlage zusätzlich fixieren (z. B. mit Nadeln), damit beim Übersticken nichts verrutscht.
- Anhaltende Probleme trotz Justage? In einem Fall war die Spulenkapsel selbst beschädigt (Haarriss) und musste ersetzt werden.
- Starke Fadennester und Fehlermeldungen? Ein Nutzer meldete ein Timing-Problem der Maschine, das in der Werkstatt behoben wurde.
Wann zur Fachwerkstatt? Wenn nach vorsichtiger Justage und sauberem Einfädeln weiterhin Unterfäden oben erscheinen oder unklare Fehlermeldungen auftreten, lohnt der Service-Blick. Du musst nicht die ganze Maschine schleppen: Nimm die Spulenkapsel plus ein Beispielstück mit Vorder- und Rückseite mit. Häufig lässt sich das direkt an der Theke beurteilen und justieren.
Pflege & Routine für stabile Spannung
- Mini-Schritte: Immer nur ¼–½ Drehung, testen, dann entscheiden.
- Funktionstest ritualisieren: Vor wichtigen Motiven kurz den Fühltest am Unterfaden machen.
- Stabilisierung ernst nehmen: Passende Unterlage einsetzen, damit der Stoff nicht arbeitet.
- Keine Dauerjustage nötig: Laut Kanalrückmeldung startet die Spule korrekt; durch Nutzung kann sich die Schraube minimal lösen – gelegentliches Nachziehen genügt.
Profi-Tipp Wenn du häufig mit leichten Sketch-Stichen arbeitest, lohnt ein kleines Notizbuch: Welche Stoffe, Garne, Stabilisatoren und welche Feindrehung an der Spule harmonierten – so findest du schneller die Wiederholgenauigkeit.
Fehlersuche: typische Stolpersteine
- Zu große Drehung: Wenn nach dem Drehen der Unterfaden kaum noch läuft, minimal zurückdrehen.
- Falsche Richtung: Beim Festziehen im Uhrzeigersinn bleiben („righty-tighty“).
- Zu wenig Stabilisierung: Puckern oder Versatz beim Übersticken sind oft stabilisatorbedingt.
Exkurs: Rahmenwahl und Handling Ein ruhiger, plan liegender Einspannsitz hilft, dass die zweite Stickfolge deckungsgleich läuft. Hier lohnt ein Blick auf dein Rahmensystem – Komfort beim Handling kann das Übersticken entspannen, gerade bei mehrlagigen Stoffen.
- Manche arbeiten gern mit klassischen Rahmen – andere bevorzugen magnetische Systeme für schnellen, sicheren Sitz. magnetisch Stickrahmen for embroidery
- Wenn du mit Baby Lock unterwegs bist, notiere dir deine Lieblingsrahmen und Größen, damit Wiederholungen satt sitzen. babylock Stickrahmen
- Wer mit Brother arbeitet, profitiert von passgenauen Optionen je nach Maschine und Motivgröße. brother Stickrahmen
- Für schnelle Wechsel und dicken Stoff greifen manche zu magnetischen Alternativen. snap hoop monster
- Magnetische Systeme können – abhängig vom Modell – das Neu-Einspannen beim Übersticken erleichtern. baby lock magnetisch Stickrahmen
- Prüfe für beliebte Modelle, welche Rahmenvarianten sauber passen, bevor du investierst. magnetisch Stickrahmen for brother pe800
- Wer viele Kappennähte oder dicke Textilien stickt, setzt teils auf starke Magnetrahmen. mighty hoops
- Bei kleineren Haushaltsmaschinen können Rahmen-Größenfragen wichtig werden – plane dein Motiv entsprechend. brother se700 Stickrahmen size
Ergebnis: sauber, professionell, versandfertig Nach der Justage und dem Übersticken wirkt das Motiv geschlossen und satt – ohne weiße Blitzer. Einmal erledigt, ist das Kleidungsstück wieder voll vorzeigbar und bereit für den Versand oder die Übergabe.
Achtung Die Videoanleitung konzentriert sich auf die Spulenspannung. Oberfadenspannungswerte werden nicht behandelt. Wenn trotz Spulen-Feintuning weiterhin Probleme auftauchen, ist eine Gesamtdiagnose (Einfädelweg, Nadelzustand, Timing durch den Service) sinnvoll.
So gehst du beim nächsten Mal vor 1) Sichtprüfung auf weiße Unterfäden.
2) Fühltest am Spulenfaden (ohne Maschine).
3) ¼–½ Drehung im Uhrzeigersinn an der Kapselschraube.
4) Erneuter Fühltest – mehr Widerstand spürbar?
5) Übersticken, solange das Projekt eingespannt ist.
6) Ergebnischeck bei gutem Licht.
Ausblick Spannung ist ein sensibles Zusammenspiel. Mit etwas Übung liest du dein Stichbild wie eine Landkarte – und behebst Fehler in Minuten statt Stunden. Genau das macht den Unterschied zwischen „gerade so ok“ und „wow, professionell“.
