Table of Contents
- Primer: Was die Innov-is XV leistet – und wann sie glänzt
- Vorbereitung: Arbeitsplatz, Material und Dateien
- Setup: Maschine einrichten und Funktionen gezielt aktivieren
- Ablauf: Vom Design zur Naht – Schritt für Schritt
- Qualitätskontrolle: Was gut aussieht (und was nicht)
- Ergebnis & Weiterverwendung
- Troubleshooting & Fehlerbehebung
1 Primer: Was die Innov-is XV leistet – und wann sie glänzt
Die Innov-is XV ist eine professionelle Näh- und Stickmaschine, die sowohl große Projekte als auch feine Details sauber meistert. Entscheidend sind die große Stickfläche (9,5" × 14", 24 × 36 cm), ein sehr großzügiger Durchlass, präzise Führung der Stoffhöhe durch Linearschiene und Andruckrolle sowie digitale Helfer wie My Design Centre, Autopunch, Stippling und Colour Shuffling. Damit deckst du zwei typische Arbeitsweisen ab: eigene Designs entwickeln und bestehende Motive schnell variieren.
Wann sie besonders überzeugt:
- Wenn du regelmäßig großflächige Motive platzierst oder mehrere Elemente in einem Rahmen anordnest.
- Wenn du digitale Workflows liebst: Entwürfe zeichnen, Bilder konvertieren, Farben testen.
- Wenn du eine klare Sicht auf Design, Fadenfarben und Nähweg brauchst – der große IPS-Touchscreen hilft.
Grenzen und Voraussetzungen:
- Details wie exakte Zeitvorgaben oder bestimmte Sonderzubehör-Kombinationen werden im zugrunde liegenden Material nicht konkret beschrieben. Konzentriere dich daher auf die gezeigten Funktionen und sichere Tests auf Reststücken.
- Für besonders voluminöse Stoffe sind sauberes Einspannen und eine stabile Auflage entscheidend; magnetische Lösungen können das Handling erleichtern. In solchen Fällen hilft oft ein Magnetrahmen für Stickmaschine, weil er Mehrlagen sicher fasst, ohne das Material zu verziehen.
2 Vorbereitung: Arbeitsplatz, Material und Dateien
Ein klar strukturierter Start spart später viel Korrekturarbeit. Plane dir Platz ein, damit die Maschine, die Stickrahmen und das Material frei geführt werden können.
2.1 Arbeitsplatz einrichten
- Stabile, gut beleuchtete Fläche; die Maschine soll standsicher stehen.
- Genügend Freiraum rechts und vor der Maschine, damit große Rahmen nicht anstoßen.
- Alle benötigten Garne und Werkzeuge griffbereit, um Fadenwechsel zügig abzuwickeln.
2.2 Material & Dateien organisieren
- Stoffe plan legen und grob vorbügeln, damit Falten keine Schatten oder Versatz verursachen.
- Bilder/Cliparts im JPEG-Format bereitstellen, wenn du Autopunch nutzen willst.
- Ein USB-Speichermedium bereitlegen, wenn du Dateien importieren möchtest.
2.3 Vorwissen & Tests
- Grundkenntnisse zur Maschinenbedienung und zur Designauswahl vereinfachen den Einstieg.
- Kurzer Probestick: Nadel, Garn und Stabilisator auf einem Reststück testen. Vor allem bei Stippling lohnt sich eine kleine Stellprobe.
Profi-Tipp: Für reproduzierbare Platzierung an identischen Textilien (z. B. mehrere Shirts) hilft eine Positionierhilfe oder Einspannhilfe; wer häufig Serien arbeitet, profitiert zudem von einer hoop master Einspannstation.
Kurzcheck
- Stoffe glatt? Dateien vorhanden? USB-Stick geprüft?
- Auf Reststück Stichbild ok? Kanten sauber? Garnzug ausgewogen?
- Rahmen, Nadeln, Schere, Pinsel/Staubbürste bereitgelegt?
3 Setup: Maschine einrichten und Funktionen gezielt aktivieren
In diesem Abschnitt richtest du Funktionen ein, die dir Orientierung geben und Fehler vermeiden helfen.
3.1 Fadenfarben sicher steuern
Aktiviere den Fadenfarb-Indikator: Auf dem Bildschirm siehst du, welche Farbe als Nächstes benötigt wird; die mehrfarbige LED unterstützt dich als physischer Hinweis. Das verhindert vertauschte Farben in mehrfarbigen Motiven.

Achtung: Verlasse dich nicht ausschließlich auf den optischen Eindruck des Garns – gleiche Farbnamen verschiedener Hersteller können abweichen. Prüfe die Anzeige am Bildschirm gegen deine Spule.

3.2 Großzügigen Arbeitsbereich nutzen
Nutze den langen Durchlass (28,5 cm) und die große Stickfläche (24 × 36 cm), damit größere Stoffe nicht knittern oder anstoßen. Ein gut gestützter Stoffverlauf verhindert Verzug, besonders bei dicht bestickten Flächen.

Profi-Tipp: Für häufige Großmotive ist ein stabiler Rahmen Gold wert. Ein mighty hoop Magnetrahmen hält mehrlagige Textilien sicher, sodass du dich auf Ausrichtung und Design konzentrieren kannst.

3.3 Präzisionsmechanik der Stickeinheit
Die Linearschiene und die Rolle halten die Stoffhöhe beim Sticken konstant – das minimiert Höhenunterschiede und sorgt für gleichmäßige Stichbildung. Prüfe vorab, ob der Stoff flach und frei von Wellen aufliegt.

Kurzcheck
- Fadenfarb-Indikator eingeschaltet und getestet?
- Rahmen passend montiert, Stoff glatt eingelegt?
- Ausreichende Auflage rechts/links, damit nichts zerrt?
4 Ablauf: Vom Design zur Naht – Schritt für Schritt
Hier verbinden sich die digitalen Werkzeuge mit dem praktischen Sticken. Arbeite nacheinander: Design anlegen, Farben prüfen, dann sticken.
4.1 My Design Centre: Zeichnen und gestalten
- Öffne My Design Centre über den Touchscreen.
- Zeichne per Stylus einfache Formen, Linien oder kleine Motive; weise Farben zu und prüfe die Darstellung auf dem Display.
- Achte darauf, dass Flächen geschlossen sind, wenn sie gefüllt werden sollen.
Erwartetes Ergebnis: Eine klare, am Bildschirm stimmige Vorlage, die genau so gestickt werden kann.

Profi-Tipp: Für wiederkehrende Platzierungen, z. B. linke Brust, kann eine Positionierhilfe beim Einspannen helfen. Wer viele identische Teile bearbeitet, kombiniert das sauber mit einem mighty hoop Magnetrahmen 8x9 für konstante Ergebnisse.
Checkliste Schritt 4.1
- Linien geschlossen? Füllflächen definiert?
- Farbkontraste ausreichend?
- Probe auf Reststück erwogen?
4.2 Autopunch: Bilder in Stickdaten umwandeln
- Lege ein Motiv in den Scanrahmen oder stecke einen USB-Speicher mit JPEG ein.
- Starte die automatische Erkennung; die Maschine erstellt daraus Stickdaten.
- Kontrolliere die Umrisse und Flächenfüllungen am Bildschirm und passe bei Bedarf an.
Erwartetes Ergebnis: Ein sauber digitalisiertes Motiv, das den Formen des Ausgangsbildes entspricht.

Achtung: Unklare Konturen führen zu Fehlinterpretationen. Wähle kontrastreiche Vorlagen mit klarer Trennung der Farbbereiche. Falls die Erkennung nicht passt, positioniere das Bild neu oder vereinfache die Vorlage.
Kurzcheck Autopunch
- JPEG korrekt geladen/gescannt?
- Konturen erkannt? Unstimmigkeiten manuell ausgebessert?
4.3 Stippling: Struktur gezielt hinzufügen
- Wähle das Stippling-Muster und markiere den Bereich, der gefüllt werden soll.
- Prüfe am Bildschirm die Dichte und den Verlauf, bevor du startest.
- Sticke die Struktur erst nach der Hauptstickerei, damit Kanten nicht überdeckt werden.
Erwartetes Ergebnis: Gleichmäßige, dekorative Struktur, die das Motiv betont, ohne es zu überlagern.

Profi-Tipp: Stippling entfaltet Wirkung, wenn der Untergrund stabil ist. Bei dehnbaren Stoffen hilft oft ein festes Einspannen; eine Option ist ein dime Snap Hoop Magnetrahmen, der die Fläche planar hält.

4.4 Farben variieren: Colour Shuffling
- Öffne Colour Shuffling und wähle, ob du zufällige Schemata testen oder mit einer Startfarbe beginnen willst.
- Vergleiche die Vorschläge direkt am Bildschirm und entscheide dich für ein stimmiges Gesamtbild.
Erwartetes Ergebnis: Ein harmonisches, individuelles Farbschema ohne langes Umfärben im Editor.

Kurzcheck Farben
- Farbkontraste ausreichend zum Stoff?
- Kritische Flächen (Schrift, Konturen) bleiben lesbar?
- Startfarbe sinnvoll gewählt?

4.5 Gerade Nähte mit Laserlinienführung
- Aktiviere die Laserlinie und führe den Stoff exakt entlang der Projektion.
- Ideal für Säume, Patchwork-Streifen, Biesen oder Kordelnähte – die Linie gibt dir eine klare Referenz.
Erwartetes Ergebnis: Schnurgerade Nähte ohne Anzeichnen, solange der Stoff in konstantem Tempo entlang der Linie geführt wird.

Achtung: Die Laserlinie ersetzt keine Markierung bei komplexen Verläufen. Für Kurven, Versätze oder mehrlagige Übergänge solltest du weiterhin Markierhilfen nutzen.
4.6 Couching mit Dualtransport
- Setze den Dual-Feed-Fuß auf und fädle die Kordel ein.
- Miss die Kordelbreite mit der eingebauten Kamera am Bildschirm.
- Stelle die Stichbreite auf den gemessenen Wert ein und nähe die Kordel gleichmäßig an.
Erwartetes Ergebnis: Sicher befestigte, dekorative Kordel mit gleichmäßiger Abdeckung – ohne Wellen oder Quetschungen.

Profi-Tipp: Arbeite in moderatem Tempo und führe die Kordel mit ruhiger Hand. Für Serien wiederkehrender Kordelverläufe kannst du mit Markierlinealen oder Schablonen arbeiten, damit alles spiegelgleich sitzt.

Checkliste Ablauf (kompakt)
- My Design Centre: Flächen geschlossen, Teststick ok?
- Autopunch: Konturen sauber erkannt?
- Stippling: Dichte geprüft, Reihenfolge nach Hauptmotiv?
- Farben: Lesbarkeit/Balance ok?
- Laserlinie: Strecke frei, Stoff stabil geführt?
- Couching: Stichbreite = Kordelbreite, Haftung geprüft?
5 Qualitätskontrolle: Was gut aussieht (und was nicht)
Visuelle und haptische Kriterien helfen dir, Fehler früh zu erkennen.
Gute Indikatoren
- Gleichmäßige Stichdichte ohne Lücken oder Verdichtungswülste.
- Saubere Kanten: Konturen treffen sich, Ecken sind klar definiert.
- Stippling füllt den Bereich vollständig und betont, statt zu überlagern.
- Couching: Kordel liegt glatt, ist sicher fixiert und zeigt keine eingeklemmten Fasern.
Warnsignale
- Versatz zwischen Farblagen: Prüfe Einspannung und Stoffunterstützung.
- Fehlstiche oder Schlaufenbildung: Garnweg prüfen, Nadel und Fadenspannung kontrollieren.
- Verzogene Flächen: Rahmenhaltung, Stofflage und Stabilisator neu beurteilen.
Profi-Tipp: Bei Serienproduktion bewährt sich ein gleichbleibendes Einspann-Setup. Ein Magnetrahmen für brother kann das Handling vereinheitlichen und so Streuung in der Qualität reduzieren.
Kurzcheck
- Vergleich gegen Probe: Stimmen Kanten, Deckung und Dichte überein?
- Kordeltest: Mit Fingern leicht anheben – hält die Fixierung?
6 Ergebnis & Weiterverwendung
Am Ende steht ein Motiv mit professioneller Anmutung: Farbflächen stimmen, Konturen sind scharf, Stippling verleiht Relief, und Kordeln sitzen glatt. Sichere das Ergebnis, indem du Fadenreste sauber wegschneidest und die Fläche kurz ausbürstest.
Hinweis aus der Praxis: Einzelne Kommentare äußern generelle Service-Sorgen, enthalten jedoch keine technischen Details. Für eine saubere Dokumentation deiner eigenen Projekte empfiehlt es sich, die verwendeten Einstellungen (Stichbreiten beim Couching, Stippling-Dichte, Farbschemata) kurz zu notieren – so kannst du später exakt reproduzieren.
Profi-Tipp: Wenn du häufig wiederkehrende Projekte stickst (z. B. Logos), lohnt sich ein Workflow mit wiederholgenauer Einspannung. In Kombination mit einem repositionierbarer Stickrahmen lässt sich die Platzierung auf identischen Textilien beschleunigen.
7 Troubleshooting & Fehlerbehebung
Hier findest du typische Symptome mit möglichen Ursachen und konkreten Maßnahmen – angelehnt an die im Material gezeigten Funktionen.
Symptom: Farben stimmen nicht mit dem Plan überein
- Mögliche Ursache: Fadenfarb-Indikator missachtet oder Garn vertauscht.
- Lösung: Fadenfarb-Anzeige und LED prüfen, Spulen klar beschriften, nur eine Farbe zur Zeit an den Arbeitsplatz legen.
Symptom: Autopunch erzeugt fehlerhafte Konturen
- Mögliche Ursache: Geringer Kontrast, zu komplexe Vorlage.
- Lösung: Vorlage vereinfachen (harte Kanten, weniger Farben), Bild neu ausrichten, bei Bedarf Teilflächen manuell nachzeichnen.
Symptom: Stippling übertritt Motivgrenzen
- Mögliche Ursache: Bereichsauswahl zu groß oder offene Konturen im Hauptmotiv.
- Lösung: Auswahl enger fassen, Konturen schließen, Dichte reduzieren und erneut testen.
Symptom: Wellenbildung beim Couching
- Mögliche Ursache: Falsche Stichbreite zur Kordel, ungleichmäßige Führung.
- Lösung: Kordelbreite am Bildschirm neu messen, Stichbreite exakt anpassen, Tempo reduzieren.
Symptom: Leichter Lagenversatz bei großen Motiven
- Mögliche Ursache: Stoff nicht ausreichend stabilisiert/eingespannt.
- Lösung: Rahmenkontrolle, Stoffauflage verbessern; bei empfindlichen Textilien kann ein Klemmrahmen für brother Stickmaschine das Verrutschen reduzieren.
Aus den Kommentaren
- Mehrfaches Einspannen (Multi-Hooping) für Motive größer als der Rahmen wurde in den Kommentaren gefragt, ist im verfügbaren Material jedoch nicht beschrieben. Wenn du solche Projekte planst, führe Tests auf Reststoffen durch und nutze saubere Markierungen. Systeme für Mehrfach-Einspannen Maschinenstickerei können helfen, erfordern aber eine sorgfältige Ausrichtung.
Entscheidungshilfe (wenn du wählen musst)
- Wenn dein Stoff dehnbar ist → spanne besonders stabil ein und teste Stippling-Dichte auf Reststück.
- Wenn dein Motiv viele Farbwechsel hat → arbeite strikt nach Fadenfarb-Anzeige; prüfe jeden Wechsel am Bildschirm.
- Wenn du lange, schnurgerade Nähte brauchst → setze die Laserlinie als Referenz und führe den Stoff konstant.
Checkliste Wiederherstellung
- Sichtprüfung: Wo beginnt der Fehler (Farbe, Kontur, Struktur, Kordel)?
- Einspannung: Stabilität, Planlage, Rahmenwahl kontrollieren.
- Einstellungen: Stichbreite/Dichte/Tempo neu bewerten, Probe fahren.
Abschluss-Profi-Tipp: Serienarbeit profitiert enorm von konsistenter Einspannung. Eine robuste Lösung wie Magnetrahmen für Stickmaschinen in Kombination mit einer Einspannhilfe spart Zeit – und reduziert Qualitätsstreuung über viele Teile hinweg.
