Table of Contents
- Primer: Was diese M.515-Sammlung leistet
- Vorbereitung: Materialien, Dateien, Zuschnitt
- Setup: Maschine, Rahmen & Positionierung
- Ablauf: Vom Probestich bis zur sauberen Kante
- Qualitätskontrolle: Kanten, Spannungen, Symmetrie
- Ergebnis & Weiterverwendung
- Troubleshooting & Fehlerbehebung
- Aus den Kommentaren
1 Primer: Was diese M.515-Sammlung leistet
Die gezeigten Entwürfe decken ein breites Spektrum ab: florale Ranken, Kreis- und Gitterelemente, geschwungene Linien und netzartige Cutwork-Partien. In der Praxis heißt das: Du kannst schmale, sehr feine Bordüren ebenso planen wie breite, markante Kanten. Wichtig: Im Ausgangsmaterial sind es Zeichnungen auf Papier; die Umsetzung an der Maschine setzt eine Digitalisierung in ein passendes Format voraus (im Video selbst wird die Digitalisierung nicht gezeigt).
Diese Vielfalt hilft dir, die passende „Textur“ für dein Projekt zu wählen: zarte Wellen für leichte Stoffe, kräftigere Blüten für plakative Abschlüsse und geometrische Netze, wenn ein moderner, strukturierter Look gefragt ist.

Achte beim Betrachten der Motive auf Anschlussstellen (Rapporte) und die Balance von dicht gestickten und ausgeschnittenen Bereichen. Für saubere Kanten ist die Reihenfolge „kontur – füllen – schneiden – sichern“ eine bewährte Denklogik, auch wenn sie im Video nicht explizit vorgeführt wird.

Bei Designs mit Kreisen, Gittern oder Rosetten lohnt sich ein zusätzlicher Blick auf Symmetrieachsen: Schon bei der Digitalisierung (oder beim Nachzeichnen in der Software) kannst du so spätere sichtbare Abweichungen vermeiden.

Kurzcheck:
- Passen Dichte und Ausschnittgröße zum Stoffgewicht?
- Sind Rapportanfang und -ende definiert?
- Sind Schnittkanten überall von Satinstichen gesichert?
2 Vorbereitung: Materialien, Dateien, Zuschnitt
Die Vorlagen sind handgezeichnet; für die Maschine brauchst du eine digitalisierte Datei (z. B. DST/PES). Im Video werden keine Parameter angegeben, daher gilt: Stelle deine Stichdichten, Unterlagestiche und Satinstichbreiten in der Software so ein, dass sie zum Material passen.

Stoffwahl: Für Bordüren eignen sich gewebte Stoffe besonders gut. Der Ausschnittbereich (Cutwork) verlangt einen klaren Schnitt und eine Kantenabsicherung durch Satinstiche. Leichte Stoffe zeigen die filigranen Ausschnitte am schönsten, brauchen aber exakte Stabilisierung.

Stabilisatoren: Wasserlösliche Vliese unter und – bei feinen Stoffen – optional oben als Topper unterstützen saubere Kanten. Bei starkem Ausfransen hilft ein temporärer Sprühkleber, um Auszupfen bis zur endgültigen Kantenversiegelung zu verhindern.

Werkzeuge: Eine spitze, kleine Schere für präzise Schnitte in den freizulegenden Bereichen ist essenziell. Markierstifte/-kreide für Hilfslinien, ein Lineal für saubere Bordürenläufe und optional ein Falzbein zum leichten Andrücken von Kanten helfen bei der Vorbereitung.

Aus den Kommentaren: In einer Rückmeldung wird „Bawa“-Stoff für einen Hijab erwähnt; falls du mit leichten, fließenden Stoffen arbeitest, plane niedrige Dichten und breite, aber nicht zu dicke Satinstiche ein, um Einschnüren zu vermeiden.

- Hinweis zur Einspannung: Ein stabiler Rahmen hält die Bordüre länger gleichmäßig in der Spur; dehnbarere Materialien können sonst Wellen bilden. Wer mit häufigem Umspannen arbeitet, profitiert von einem präzisen Rahmenworkflow mit festen Hilfslinien. In diesem Zusammenhang nutzen viele Anwender einen Magnetrahmen für Stickmaschine als komfortable Lösung, um die Stofflagen schnell und wiederholgenau zu fixieren.
Checklist – Vorbereitung
- Muster ausgewählt und digitalisiert (inkl. Rapportkontrolle)
- Stoff + Vlies passend zum Gewicht/Transparenz
- Schneidewerkzeug, Markieren, Lineal bereitgelegt
- Testausschnitt auf Reststück geplant
3 Setup: Maschine, Rahmen & Positionierung
Maschinen- und Rahmensetup sind entscheidend, damit Kanten exakt aufeinander treffen. Das Video zeigt dazu keine konkreten Werte; orientiere dich daher an den Standards deiner Maschine und dem verwendeten Material. Richte die Bordüre parallel zur Stoffkante aus und setze klare Markierungen, etwa Anfangs-/Endpunkte und Kontrollkreuze im Rapport.

Rahmen: Ein fester Sitz verhindert Auszüge während dichter Satinstiche. Bei komplexen Stofflagen kann die Einspannung mit einem Magnetrahmen für brother das Handling vereinfachen, solange du auf ausreichenden Halt und Schutz der Magnetflächen achtest.
Positionierung: Lege eine lange Hilfslinie entlang der geplanten Bordürenkante an. Bei Wiederholungen markiere jeden Rapportstart; so minimierst du Versatz. Für produktiveres Arbeiten kann eine hoop master Einspannstation helfen, immer gleiche Abstände und Ausrichtungen schneller zu erzielen.

Nadeln & Faden: Nutze scharfe Nadeln, die zum Stoff passen; bei feinen Stoffen tendiere zu kleineren Nadelstärken. Garnspannungen so einstellen, dass Ober- und Unterfaden ausgewogen sind – prüfe das Ergebnis an einem Reststück.

Achtung:
- Satinstiche, die die Schnittkante abdecken, müssen breit genug sein. Zu schmale Säume lassen Fransen sichtbar.
- Sehr kleine Cutwork-Löcher sind schwer sauber auszuschneiden; plane ausreichend Radius.
Checklist – Setup
- Bordürenlinie markiert, Rapportpunkte gesetzt
- Rahmen fest, Stoff glatt, kein Verzug
- Nadel/Garn passend, Testnaht ok
4 Ablauf: Vom Probestich bis zur sauberen Kante
Im Video sind verschiedene Bordürenmotive zu sehen, jedoch ohne Arbeitsschritte. Die folgende Abfolge ist ein bewährter Leitfaden für Cutwork-Bordüren, den du auf die M.515-Motive adaptieren kannst.
4.1 Probestich & Dichteabgleich
- Sticke einen verkleinerten Rapport auf Reststoff mit identischem Vliesaufbau. Achte auf Satinstichbreite, Fülldichten und Unterlagen.
- Prüfe, ob Ausschnitte groß genug sind, um sie mit der Schere sicher zu öffnen.

Profi-Tipp: Wenn du Serienfertigung planst, dokumentiere die Einstellungen (Dichte, Zugabe für Satinkante, Stichfolge). Das spart dir späteres Tüfteln. Viele Anwender greifen zudem zu einem mighty hoop Magnetrahmen 5.5, wenn kleine Rapportsegmente wiederholt positioniert werden müssen, weil der kleine Arbeitsbereich das Handling agil macht.
4.2 Reihenfolge planen
- Erst die inneren Konturen und Füllungen sticken, dann Schnittbereiche freilegen, zum Schluss die Satinkante zur Sicherung.
- Bei Gitternetz-Effekten kommt das Netz vor dem Freilegen, damit es den Ausschnitt überspannt.

Kurzcheck:
- Sind alle Bereiche, die später ausgeschnitten werden, bereits von Kontur- oder Füllstichen gesichert?
4.3 Ausschneiden der Cutwork-Bereiche
- Maschine stoppen, Stofflage im Ausschnitt vorsichtig anheben und knapp vor der vorgesehenen Satinkante wegschneiden.
- Dabei lieber zu wenig als zu viel entfernen – die Satinkante überdeckt den Rest.
Achtung: Schneide nie in tragende Stiche; ein beschädigter Unterlagestich schwächt die Kante dauerhaft.
4.4 Kanten sichern (Satinstich)
- Nach dem Freilegen stickt die Maschine die Kantenabdeckung. Prüfe, ob die Breite die Schnittkante komfortabel überlappt.
- Bei sehr leichten Stoffen reduziere die Dichte, um Einziehen zu vermeiden.
4.5 Rapport fortsetzen
- Stoff neu positionieren, exakt entlang der Hilfslinie ausrichten.
- Anfang/Ende sauber verbinden; wenn nötig, überlappende Stiche in der Software „verschmelzen“, damit keine Wülste entstehen.
Profi-Tipp: Bei langen, geraden Läufen verhindert eine Einspannstation für Stickmaschinen (oder ein dedizierter Positionierhelfer) das schleichende Abweichen vom Fadenlauf, besonders bei rutschigen Stoffen.
Checklist – Ablauf
- Proberapport gestickt, Parameter dokumentiert
- Reihenfolge festgelegt (innen → ausschneiden → Kante)
- Ausschnitte sauber freigelegt
- Rapport stoßfrei fortgesetzt
5 Qualitätskontrolle: Kanten, Spannungen, Symmetrie
Glatte, vollständige Kantenabdeckung ist das A und O. Kontrolliere die gesamte Bordüre in Abschnitten: - Kanten: Liegt die Satinkante wie ein Band ohne Lücken über dem Schnitt?
- Dichte: Wirken Flächen geschlossen, aber nicht wulstig?
- Symmetrie: Spiegelpunkte und Wiederholungen sauber getroffen?
- Netz-/Gitterbereiche: Gleichmäßige Maschen ohne Fadensprünge?
Kurzcheck nach jedem Rapport:
- Kein Stoffauszug am Rahmenrand
- Schnittkante vollständig bedeckt
- Rapportstoß unsichtbar oder sehr unauffällig
6 Ergebnis & Weiterverwendung
Im letzten Videobild ist ein fertig gesticktes Cutwork-Stück zu sehen: eine zarte Bordüre mit zentraler Blüte – genau das Ziel, wenn Kantenbreite, Dichte und Ausschnittradien sauber geplant wurden. So ein Abschluss eignet sich für Schals, Tücher, leichte Gardinenkanten oder als Abschluss an Tischwäsche.

Mehr Stilrichtungen der M.515-Sammlung zur Inspiration: - Geschwungene florale Kanten für weiche Stoffe und feminine Looks.
- Kombination aus Blüten und Gittertexturen für moderne, grafische Effekte.
- Feine Rosenlinien, wenn der Abschluss elegant, aber zurückhaltend sein soll.
- Breite, opulente Bordüren für Statement-Kanten.
- Wellenranken mit Netzabschlüssen als lebendige, organische Variante.
- Florale Details über Schachbrett-Cutwork für einen strukturierten Fond.
Wenn du häufig auf Brother-Maschinen arbeitest, kann ein stabiler Magnetrahmen 5x7 für brother das Einspannen langer, schmaler Bordürensegmente komfortabel machen, solange die Stickfeldgröße zum Rapport passt.
7 Troubleshooting & Fehlerbehebung
Symptom: Fransen an der Schnittkante
- Mögliche Ursachen: Satinstich zu schmal; zu nah an die Kante geschnitten; ungeeigneter Stoff.
- Lösung: Satinstichbreite erhöhen; beim Ausschneiden 0,5–1 mm Sicherheitsabstand lassen; bei fransigen Stoffen Dichte moderat erhöhen.
Symptom: Einschnüren/Wellen
- Mögliche Ursachen: Dichte zu hoch; falscher Stabilizer; Stoffspannung im Rahmen ungleichmäßig.
- Lösung: Dichte reduzieren; wasserlösliches Vlies oben/unten testen; Einspannung neu und gleichmäßig vornehmen. Ein stabiler Magnetrahmen kann helfen, wenn der Stoff beim Umspannen verzieht.
Symptom: Versatz im Rapport
- Mögliche Ursachen: Unklare Markierungen; Stoff verrutscht; ungenauer Wiederanlegpunkt.
- Lösung: Längslinie und Rapportstartpunkte markieren; Positionierhilfen nutzen; bei Brother-Maschinen greifen manche zu Klemmrahmen für brother Stickmaschine, um Stofflagen schnell gleich auszurichten.
Symptom: Gitter reißt an Ausschnitten
- Mögliche Ursachen: Gitter zu dünn gestickt; Schnitt zu nah; ungeeigneter Unterleger.
- Lösung: Gitterdichte und Unterlagestiche erhöhen; Sicherheitsabstand beim Schneiden; ggf. Topper nutzen.
Symptom: Unsaubere kleine Radien oder Löcher
- Mögliche Ursachen: Lochdurchmesser zu klein; Schere zu grob.
- Lösung: Design anpassen (größerer Radius); feinere Schere verwenden; optional die Cutwork-Reihenfolge in Teilsegmente aufsplitten.
Profi-Tipp: Für wiederholgenaues Positionieren auf kleineren Einzelfeldern setzen Anwender gerne einen mighty hoop Magnetrahmen für brother, da die Magnetkraft Stofflagen zügig fixiert und die Ausrichtung reproduzierbar bleibt – ideal bei Serien von Bordürensegmenten.
8 Aus den Kommentaren
- Stofffrage: Es wird „Bawa“-Stoff für einen Hijab genannt; für sehr leichte, fließende Qualitäten empfiehlt sich niedrige Dichte, breite, aber maßvolle Satinkanten und wasserlösliches Vlies.
- Beliebtes Motiv: Ein Leser hebt das Reben-/Blättermotiv um 7:12 hervor – ein Hinweis, dass florale, kontinuierliche Linien bei Schals und Tüchern besonders gut wirken.
Abschließende Inspiration: Nutze die M.515-Motive als Startpunkt und passe Dichte, Kantenbreite und Rapportlänge an deine Stoffe an. Für Janome-Nutzer kann ein Blick auf kompatible Rahmen sinnvoll sein; einige arbeiten beispielsweise mit einem Stickrahmen für janome mc400e, wenn sie Bordüren in mittleren Formaten planen.
