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Tutorial: Ein Loch in der Stickerei reparieren (die „Invisible Patch“-Methode)
Wenn die Maschine mitten im Lieblingsprojekt ein Loch „frisst“, kommt dieser ganz spezielle Moment Panik: Kann ich das irgendwie kaschieren? Muss ich die Decke wirklich entsorgen?
Aus der Praxis (und nach sehr vielen Stickstunden) kann ich dir sagen: Noch nicht abschreiben.
Maschinenstickerei ist zu einem großen Teil Physik: Ein Loch bedeutet fast immer, dass Stabilisierung, Spannung oder die Materialfestigkeit an einer Stelle nachgegeben haben. Eine gute Reparatur ist deshalb nicht nur „drübersticken“, sondern die Tragfähigkeit im Bereich des Lochs wiederherstellen – damit der Rest des Motivs anschließend sauber weiterlaufen kann.
In dieser Anleitung gehen wir Schritt für Schritt durch einen Workflow, mit dem du ein Loch mit IQ Designer (oder vergleichbaren Onboard-Digitalisierfunktionen) sauber überpatchst, die Stabilität von unten wieder aufbaust und anschließend kontrolliert im Design weiterstichst. Im Video ist es eine Baumwoll-Decke auf einer Baby Lock – die Grundlogik gilt aber auch darüber hinaus.

Der „Kann man das retten?“-Moment: Wann ein IQ-Designer-Patch die richtige Lösung ist
Bevor du irgendetwas am Bildschirm antippst: kurz Schadensanalyse. Nicht jeder Schaden lässt sich sinnvoll „unsichtbar“ retten – und ein aussichtsloser Versuch kostet nur Zeit, Garn und Stickvlies.
Diese Methode arbeitet mit Verdrängung: Fehlendes Material wird durch ein dichtes Füllstichfeld ersetzt. Das funktioniert nur dann gut, wenn der umliegende Stoff die zusätzliche Stichdichte tragen kann.
„Go“-Kriterien (hier lohnt sich der Versuch)
- Position: Das Loch liegt in einem Bereich, der ohnehin von Füllstichen/Designelementen überdeckt wird – oder unter einem Teil, der noch nicht gestickt ist.
- Material: Stabil gewebt (z. B. Baumwollgewebe wie bei einer Decke). Solche Gewebe „verankern“ Stiche besser.
- Größe: Eher klein (im Draft: kleiner als eine Münzgröße). Bei größeren Löchern brauchst du in der Regel echte Stoffverstärkung – nicht nur Garn.
„No-Go“-Kriterien (hier lieber abbrechen)
- Stoff ist bereits „zerbröselt“: Sehr dünn, stark beschädigt oder locker gestrickt – ein Patch kann das Loch durch Zug eher vergrößern.
- Zonen mit Zug/Dehnung: Bereiche, die später stark belastet werden (z. B. Kanten/Abschlüsse bei tragbaren Teilen). Ein Füllstich-Patch ist nicht elastisch.
- Offene Negativfläche: In freiem Hintergrund kann selbst „Weiß auf Weiß“ durch Struktur/Glanz sichtbar bleiben.
Praxis-Hinweis: Bei dicken, voluminösen Decken ist das Material beim Einspannen für Stickmaschine oft komprimiert. Ein Loch „entspannt“ diese Zone schlagartig. Deine Reparatur muss deshalb nicht nur abdecken, sondern den Bereich von unten wieder abstützen, damit sich die Passung im weiteren Verlauf nicht verzieht.
Warnung: Mechanische Sicherheit. Hände konsequent aus dem Nadel-/Stickarmbereich halten. Gerade bei Reparaturen arbeitet man gestresst – und genau dann passieren die „kleinen Unaufmerksamkeiten“. Die Nadel folgt dem Programm, nicht deiner Hand.

Profi-Vorbereitung: Garn anpassen, Stickvlies-Schnipsel, Arbeitsbereich freimachen
Viele gehen sofort an den Bildschirm. In der Werkstatt gilt: Erst Vorbereitung, dann Maschine. Eine Reparatur gelingt, wenn du Variablen reduzierst (Fadenreste, Fussel, verrutschtes Vlies etc.).
Was du bereitlegen solltest
- Stickvlies-Reststück: Im Video wird ein kleines Stück vom vorhandenen Vlies genommen und untergeschoben. Wichtig ist: Es muss das Loch vollständig unterlegen.
- Schere/kleine Schneidehilfe: Zum Zuschneiden des Vlieses und später zum Aufräumen.
- Passendes Oberfaden-Garn: Im Video wird Weiß verwendet, um auf der weißen Decke zu „verschwinden“.
Schnelle Checks (sehen & fühlen)
- Farbentscheidung bewusst treffen: Die Maschine kann „Rot“ anzeigen, weil es so im Design hinterlegt ist – das ist für die Reparatur egal. Entscheidend ist, dass dein Oberfaden zur Stofffarbe passt.
- Reparaturzone freimachen: Lose Fadenreste/„Knubbel“ im Lochbereich vor dem Patch entfernen, damit nichts als harte Stelle unter dem Patch eingeschlossen wird.
Kurz-Checkliste vor dem Editieren:
- Spannung im Stickrahmen: Fühlt sich der Stoff im Rahmen noch straff an oder hat sich durch den Schaden etwas gelöst?
- Freie Fläche: Liegen keine Sprungstiche/Fadenreste quer über der Reparaturzone?
- Unterseite erreichbar: Kannst du den Rahmen vorne leicht anheben, um gleich das Vlies unterzuschieben?
- Unterfaden im Blick: Ein Patch ist dicht – Unterfaden sollte nicht „auf Kante“ sein.

Patch in IQ Designer aufbauen: Motiv von USB hinzufügen und sauber positionieren
Jetzt kommt die „digitale OP“. Im Video wird IQ Designer genutzt (typisch für Baby Lock/Brother). Der Ablauf ist übertragbar: Objekt hinzufügen, platzieren, dann stickbereit machen.
Im gezeigten Fall fehlt das Kuh-Motiv („little critter“) zunächst auf dem Bildschirm. Die Lösung: Im Edit-Modus Add wählen, von USB laden und so überlagern, dass der Patch/der betroffene Bereich korrekt abgedeckt wird.
Workflow am Bildschirm
- Edit öffnen und Add auswählen.
- Quelle wählen: USB/Flash Drive auswählen und die gewünschte Datei laden (im Video die Kuh-Datei „calf“).
- Ausrichten: Das Objekt so verschieben/überlagern, dass es den Schadensbereich abdeckt.
- Tipp aus der Praxis: Mit Stylus arbeiten (wie im Video), weil der Finger die Sicht verdeckt.
- Kontrollgedanke: Ziel ist, dass der Patch auf gesundem Stoff „anläuft“ und das Loch sicher überdeckt.
Wenn du bei voluminösen Projekten öfter Passungsprobleme hast, prüfe zusätzlich, ob deine Stickrahmen für babylock korrekt sitzen. Ein nicht optimal gespannter Rahmen begünstigt „Creep“ (Stoff wandert minimal), und dann stimmt die Bildschirmposition nicht mehr zur realen Lochposition.

Fadenfarbe erzwingen: Die „Rot“-Aufforderung ignorieren – ohne nervös zu werden
Ein klassischer Anfängerfehler ist „Maschine sagt Rot, also muss Rot rein“. Bei Reparaturen ist das genau falsch.
Die Maschine liest nur die Farbinformation aus der Datei. Sie sieht nicht, dass du ein Loch kaschieren willst.
Im Video wird das deutlich: Auf dem Bildschirm wird Rot verlangt, aber es wird Weiß eingefädelt, damit der Patch auf der weißen Decke optisch verschwindet.
Prinzip „Camouflage“
Damit ein Patch unauffällig wird, reduzierst du den Kontrast:
- Farbton: möglichst nah am Stoff.
- Glanz: Wenn der Stoff matt wirkt, kann ein weniger glänzendes Garn unauffälliger sein.
- Struktur: Ein Füllstich (Tatami) kaschiert oft besser als lange, glänzende Satinstiche.
Praxis-Tipp: Wenn du bei Reparaturen öfter den Rahmen kurz kontrollieren oder die Unterseite prüfen willst, können Magnetrahmen für babylock Stickmaschinen im Handling Vorteile bringen – du kommst schneller an die Unterseite, ohne dass dir die Lage komplett „wegkippt“. (Für diese Anleitung ist das kein Muss, aber in stressigen Reparatursituationen hilfreich.)
Das Floating-Stickvlies, das den Patch erst möglich macht: Vlies unter den Rahmen schieben (ohne neu einzuspannen)
Das ist der entscheidende Schritt: Über einem Loch ist „Luft“. Ohne Unterlage kann sich kein sauberer Füllstich aufbauen – die Stiche ziehen zusammen, es gibt Fadennester oder die Kante franst weiter.
Statt neu einzuspannen (was das Loch vergrößern kann), wird im Video ein Vliesstück unter den eingespannten Stoff geschoben.
Vorgehen (wie im Video gezeigt)
- Zuschneiden: Ein kleines Vliesstück vorbereiten.
- Rahmen vorne leicht anheben.
- Unterschieben: Das Vlies so unter den Rahmen schieben, dass es komplett unter dem Loch liegt.
- Sitz prüfen: Mit den Fingerspitzen prüfen, dass es flach liegt und nicht nur „halb“ unterlegt.
Begriff: Diese Arbeitsweise wird oft als Floating-Stickrahmen-Methode bezeichnet – das Vlies wird nicht mit eingespannt, sondern „floating“ untergelegt und dann durch die ersten Stiche fixiert.
Warnung: Magnetrahmen-Sicherheit. Magnetrahmen arbeiten mit sehr starken Magneten. Quetschgefahr beim Zusammenführen, und Abstand zu medizinischen Implantaten/empfindlichen Datenträgern einhalten.
Den weißen Füllstich-Patch sticken: Was du sehen solltest – und wann du stoppst
Jetzt wird gestickt: Fuß runter, Start – im Video näht die Maschine einen dichten weißen Füllstich über das Loch und baut damit eine neue „Basis“.
- Start: Nähfuß senken und starten.
- Beobachten: Der Patch sollte auf gesundem Stoff beginnen und dann über das Loch laufen, wobei die Stiche ins untergelegte Vlies „greifen“.
- Sofort-Stopp, wenn: der Stoff stark in die Mitte gezogen wird oder sich der Bereich sichtbar verzieht – dann liegt das Vlies nicht richtig oder stützt nicht ausreichend.
Kurz-Check direkt vor Start:
- Liegt das Vlies wirklich unter dem Loch (nicht verrutscht)?
- Ist tatsächlich die gewünschte Patch-Farbe eingefädelt (Stofffarbe), nicht die Bildschirmfarbe?
- Sind Hände/Schere aus dem Stickarmbereich?

Sauber wieder einsteigen: Mit Needle +/- überspringen, ohne doppelte Dichte zu erzeugen
Der Patch ist fertig – jetzt kommt der Teil, der viele Projekte ruiniert: Wenn du einfach „normal“ weitersticken lässt, nähst du ggf. Bereiche doppelt. Das führt zu unnötiger Dichte, Steifigkeit und im schlimmsten Fall zu Problemen beim Weitersticken.
Im Video nutzt die Presenter:in Needle +/-, um durch die Schritte zu scrollen und bei einem späteren Abschnitt (z. B. „Face“) wieder einzusteigen.
Vorgehen am Bildschirm
- Needle +/- finden (bzw. Stitch +/- je nach Oberfläche).
- Schrittweise vor/zurück durch die Sequenz gehen und dabei die Vorschau beachten.
- Bereits gestickte Bereiche überspringen, um keine unnötige Dichte aufzubauen.
- Kontrollierter Wiedereinstieg: So wählen, dass du nicht große Flächen erneut füllst.
Wenn du beim Wiederanlauf regelmäßig Passungsprobleme hast, ist das oft ein Hinweis auf Stoffbewegung im Rahmen. In der Praxis werden Magnetrahmen für Stickmaschine häufig genutzt, weil sie das Material sehr flach und gleichmäßig halten können – das reduziert Verschiebung beim Stoppen/Starten.

Warum das auf Baumwoll-Decken so gut „verschwindet“: Gewebe, Füllstich und Unterlage
Warum wirkt so ein Patch bei einer Baumwoll-Decke oft erstaunlich unauffällig?
- Strukturähnlichkeit: Ein Tatami-/Füllstich passt optisch häufig besser zu einem Gewebe als lange Satinstiche.
- Volumen („Loft“): Decken haben Dicke – Stiche sinken leicht ein und wirken weniger „aufgesetzt“.
- Unterstützung von unten: Das untergelegte Stickvlies ersetzt im Prinzip die fehlende Stoffbasis. Ohne diese Unterlage würden die Lochkanten zusammengezogen und es entstünde eine sichtbare „Delle“.
Für mehr Konstanz im Alltag: Wenn du regelmäßig voluminöse Ware einspannst, hilft eine Einspannstation für Maschinenstickerei, reproduzierbar gleich zu spannen und Ausrichtung/Passung stabil zu halten – und damit solche Reparaturen seltener zu brauchen.
Typische Stolpersteine aus der Praxis (ohne Ausreden)
Auch wenn es im Video „einfach“ aussieht: In der Werkstatt passieren immer wieder dieselben Fehlerbilder.
- Patch zieht sich zusammen / wirkt „eingesunken“:
- Ursache: Vlies liegt nicht vollständig unter dem Loch oder ist zu weich.
- Schnelltest: Von unten fühlen/sehen: liegt das Vlies wirklich bis hinter die Lochkante?
- Lösung: Vlies neu positionieren und vollständig unterlegen (wie im Video: „clear back underneath the hole“).
- Beim Neustart stimmt die Passung nicht:
- Ursache: Stoff hat sich im Stickrahmen minimal bewegt.
- Schnelltest: Sichtkontrolle am Rahmen: sitzt alles noch straff und plan?
- Lösung: Vor dem Weitersticken bewusst mit Needle +/- den richtigen Wiedereinstieg wählen und doppelte Flächen vermeiden.
- Fadennest direkt beim Wiederanlauf:
- Ursache: Unsauberer Neustart/lose Fadenenden im Arbeitsbereich.
- Schnelltest: Oberfadenführung prüfen und Arbeitsbereich freihalten.
- Lösung: Erst aufräumen (wie im Video), dann kontrolliert wieder starten.
Abschluss wie im Profi-Alltag: Fäden säubern, Reparatur prüfen, dann erst „abheften“
Im Video wird nach dem Patch erst aufgeräumt (Fäden/Überstände), dann sauber wieder eingestiegen und am Ende das fertige Ergebnis gezeigt.
Qualitätskontrolle nach der Reparatur
- Fäden entfernen: Lose Fäden und Sprungstiche sauber zurückschneiden.
- Reparaturzone prüfen: Optisch aus normaler Betrachtungsdistanz – fällt der Patch auf?
- Haptik prüfen: Gerade bei Babydecken: fühlt sich die Stelle angenehm an oder ist sie sehr steif?

FAQ
- Q: Bei einer baby lock Stickmaschine mit IQ Designer: Woran erkenne ich, ob sich ein Loch in einer Baumwoll-Decke mit einem „Invisible Patch“ (Füllstich-Patch) sinnvoll reparieren lässt?
A: Sinnvoll ist es vor allem dann, wenn das Loch klein ist und von stabilem Gewebe umgeben wird; sonst ziehen die Stiche den Schaden eher auf.- Prüfe, ob das Loch in einem Bereich liegt, der ohnehin von Füllstichen/Designelementen überdeckt wird oder unter einem noch nicht gestickten Teil.
- Stelle sicher, dass es sich um stabiles, gewebtes Material handelt (z. B. Baumwollgewebe wie bei einer Decke), nicht um sehr lockere/instabile Ware.
- Beurteile die Größe: sehr große Löcher brauchen meist echte Stoffverstärkung, nicht nur „Faden als Ersatz“.
- Erfolgskriterium: Du kannst den Patch so platzieren, dass er auf gesundem Stoff startet und das Loch sicher überdeckt.
- Wenn es nicht funktioniert: Nicht weiter „draufhalten“ – bei instabilem Material kann der Patch das Loch vergrößern.
- Q: Bei einer baby lock Stickmaschine: Was gehört zur richtigen Vorbereitung, bevor ich einen Füllstich-Patch über ein Loch sticke, damit keine Knubbel/Fadennester entstehen?
A: Arbeite wie bei einer Reparatur: Garn passend wählen, Bereich säubern, Rahmenlage prüfen und die Unterlage vorbereiten.- Garn bewusst passend zum Stoff wählen (im Video: Weiß statt der angezeigten Rot-Farbe).
- Lose Fadenreste/Fussel im Lochbereich entfernen, damit nichts als harte Stelle unter dem Patch eingeschlossen wird.
- Prüfen, ob der Stoff im Stickrahmen noch straff und plan liegt.
- Erfolgskriterium: Die Reparaturzone ist sauber, flach und das Projekt liegt stabil im Rahmen.
- Wenn es nicht funktioniert: Erst Stabilisierung von unten ergänzen (Floating), bevor du weiterstichst.
- Q: Am baby lock IQ Designer Bildschirm: Wie richte ich ein Patch-Objekt so aus, dass der Nadelweg das Loch sicher abdeckt?
A: Objekt hinzufügen/importieren, dann sauber über den Schaden positionieren und so planen, dass der Patch auf gesundem Stoff anläuft und das Loch überdeckt.- Im Edit-Modus Add wählen und das Objekt/Design (z. B. von USB) laden.
- Mit Stylus positionieren, damit du die Kanten besser siehst.
- Erfolgskriterium: Der Patch liegt so, dass er nicht „im Loch startet“, sondern auf tragfähigem Stoff beginnt und das Loch vollständig übersticht.
- Wenn es nicht funktioniert: Prüfe, ob der Stoff im Rahmen gewandert ist (Rahmen sitzt ggf. nicht optimal).
- Q: Bei einer baby lock Stickmaschine: Was mache ich, wenn die Maschine „Rot“ fordert, ich für die Lochreparatur aber „Weiß“ (oder Stofffarbe) brauche?
A: Die Farbanzeige ist nur Datei-Information. Für die Reparatur fädelst du die Farbe ein, die zum Stoff passt – die Maschine kann das Ziel nicht „sehen“.- Fädele die Stofffarbe ein (im Video: Weiß), damit der Patch optisch verschwindet.
- Vor Start einmal bewusst prüfen: Ist wirklich die gewünschte Patch-Farbe eingefädelt?
- Erfolgskriterium: Der Patch wirkt aus normaler Distanz farblich unauffällig.
- Wenn es nicht funktioniert: Bei starkem Glanzunterschied ggf. ein Garn mit passenderem Finish wählen.
- Q: Bei einer baby lock Stickmaschine: Wie lege ich Stickvlies „floating“ unter den eingespannten Stoff, um ein Loch zu patchen, ohne neu einzuspannen?
A: Du schiebst ein Vlies-Reststück unter den Stickrahmen, sodass die Patch-Stiche eine Grundlage haben und nicht „über Luft“ arbeiten.- Ein kleines Vliesstück zuschneiden.
- Rahmen vorne leicht anheben und das Vlies zwischen Stichplatte und Stoffunterseite unterschieben.
- Darauf achten, dass das Vlies vollständig unter dem Loch liegt (im Video ausdrücklich: bis komplett unter die Lochzone).
- Erfolgskriterium: Beim Start zieht der Stoff nicht stark in die Mitte; die Stiche bauen sauber auf.
- Wenn es nicht funktioniert: Stoppen, Vlies neu positionieren und vollständig unterlegen.
- Q: Bei einer baby lock Stickmaschine: Woran erkenne ich beim Patch-Sticken, dass alles korrekt läuft – und wann sollte ich sofort stoppen?
A: Beobachte, ob der Patch auf gesundem Stoff startet, über das Loch sauber aufbaut und ob sich der Stoff dabei nicht verzieht.- Der Stichbeginn sollte außerhalb des Lochs auf tragfähigem Stoff liegen.
- Beim Übersticken des Lochs müssen die Stiche ins untergelegte Vlies greifen.
- Erfolgskriterium: Keine starke Verziehung/kein aggressives „Zusammenziehen“ in Richtung Loch.
- Wenn es nicht funktioniert: Sofort stoppen und prüfen, ob das Vlies verrutscht ist oder nicht weit genug unterlegt.
- Q: Bei einer baby lock Stickmaschine: Wie steige ich nach dem Patch mit Needle +/- wieder ein, ohne doppelte Dichte zu erzeugen?
A: Du überspringst bereits gestickte Bereiche und springst gezielt zu dem Abschnitt, der als Nächstes neu gestickt werden soll.- Needle +/- nutzen, um durch die Schritte/Farbblöcke zu scrollen.
- Bereiche, die bereits gestickt sind, bewusst überspringen.
- Erfolgskriterium: Der Wiedereinstieg liegt sauber, ohne dass große Flächen erneut dicht gefüllt werden.
- Wenn es nicht funktioniert: Stofflage im Rahmen prüfen (mögliche Verschiebung) und den Wiedereinstieg neu wählen.
- Q: Welche Sicherheitsregeln gelten an der Nadelzone einer baby lock Stickmaschine – und welche Zusatzgefahren gibt es bei Magnetrahmen?
A: Hände und Werkzeuge konsequent aus dem Nadel-/Stickarmbereich halten; Magnetrahmen als Werkzeug mit hoher Quetschkraft behandeln.- Niemals in den Bewegungsbereich greifen, wenn die Maschine startbereit ist.
- Vor Start Schere/Tools aus dem Stickarmweg entfernen.
- Magnetrahmen kontrolliert schließen (Quetschgefahr) und Abstand zu medizinischen Geräten einhalten.
- Erfolgskriterium: Freie Sicht, freie Bewegungsbahn, kontrolliertes Handling – erst dann starten.
- Wenn es nicht funktioniert: Maschine pausieren, Arbeitsplatz neu ordnen, erst dann fortsetzen.
