Table of Contents
- Vorab: Video und Lernziele
- Vorbereitung der EDM für das Einfädeln
- Altdraht sicher entfernen
- Reinigung und Sichtprüfung
- Neuen Draht einfädeln: Schritt für Schritt
- Trommel-Endlagen perfekt einstellen
- Finale Checks: Lauf, Spannung, Karbide
- Kurzcheck: Typische Fehler vermeiden
- Aus den Kommentaren: Fragen & Antworten
Vorbereitung der EDM für das Einfädeln
Bevor es losgeht, wird der Maschinenkopf nach hinten in die Ecke verfahren – so hast du freie Sichtlinie und Platz für die Drahtführung. Decke alle relevanten Bereiche auf, indem du die Abdeckungen öffnest.

Als Nächstes schaltest du am Bedienfeld in den Wire-Prep-Mode. In diesem Modus kannst du die Trommel über eine Taste in niedriger oder hoher Geschwindigkeit bewegen, um die Position exakt zu treffen.

Profi-Tipp
- Starte mit langsamer Drehzahl, wechsle nur bei Bedarf auf High-Speed – so stoppst du die Trommel präziser.
Achtung - Vermeide hastige Bewegungen am Anfang. Ein sauberer Start zahlt sich später durch weniger Gefummel beim Fädeln aus.

Altdraht sicher entfernen
Sobald die Trommel so steht, dass du gut an den Draht kommst, sperrst du den Tensioner (tensioner lockout). Dadurch fällt die Drahtspannung ab und du kannst den Draht gefahrlos lösen.

Jetzt hängst du den Draht von der Trommel aus, schneidest ihn ab und ziehst den Rest aus der Maschine. Anschließend montierst du den Unspooler und befestigst das Drahtende am Unspooler, damit das Abziehen geordnet läuft.

Kurzcheck
- Tensioner wirklich gesperrt?
- Drahtende sicher geführt und um die hinteren Rollen gelegt?
Schalte den Wire-Prep-Mode aus und aktiviere über die Bedienung die Tension-Funktion, um den Altdraht vollständig ablaufen zu lassen. Danach wieder zurück in den Wire-Prep-Mode. Achte dabei auf gleichmäßiges Abziehen, um Verwicklungen zu vermeiden.

Wenn die Trommel leer ist, entsorge die alte Spule – erst dann ist der Arbeitsbereich wirklich bereit für den Neuaufbau.

Reinigung und Sichtprüfung
Vor dem Neuaufziehen: Reinige Trommel, Rollen, Karbide und Führungen. Ein einfacher, maschinenverträglicher Reiniger und ein Tuch reichen hier aus. Wische auch unter der Maschine, und prüfe, ob irgendwo Riefen, Brüche oder Beschädigungen sichtbar sind.

Achtung
- Das Video nennt keine spezifischen Drehmomente oder Chemikalien. Nutze einen milden Reiniger („simple green-type“ wurde gezeigt) und ziehe Verbindungen nur „handfest“ nach.
Neuen Draht einfädeln: Schritt für Schritt
Zuerst parkst du die Trommel: links den Anschlag aus dem Weg, rechts den Anschlag etwa 1" von der Seite setzen. Dann die Trommel per High-Speed an den rechten Anschlag fahren und exakt stoppen.

Nun schneidest du ein frisches Drahtende ab, hakst am Trommelanker ein und legst den Draht straff. Fürs erste Wickeln genügen wenige Umgänge – später sicherst du dauerhaft. Den Tensioner stellst du in die mittlere Position.

Als Nächstes erzeugst du am Trommelwickel etwas Abstand (ca. 30 Umdrehungen), damit der Draht beim Fädeln nicht überlagert. Löse das Drahtende und führe es über die hinteren Rollen. Arbeite in Ruhe von Rolle zu Rolle nach oben; ein leichter Zug auf der Spule hilft, sauber zu bleiben. Ziehe am Ende 6–8 Fuß Reserve ab und sichere sie mit einem Magneten – so hast du beide Hände frei.

Wenn das Drahtende Grate hat, schneide es neu ab, damit es glatt durch die Führung gleitet. Nun führst du den Draht durch die obere Führung, ziehst sie mit dem Schlüssel „handfest“ an, dann durch die untere Führung – ebenfalls „handfest“.

Jetzt kontrollierst du unten, ob der Draht auf den unteren Rollen korrekt aufliegt, entfernst den Magneten und führst den Draht zurück auf die Leitrollen. So ist der komplette Rückweg bis zur Dichtplatte vorbereitet.
Profi-Tipp
- Beim Fädeln gilt: lieber etwas mehr Reserve abziehen und mit Magnet sichern, als unter Zug zu arbeiten – das reduziert Verdrehen und hält die Bahn sauber.
Vom Maschinenheck aus führst du den Draht durch die Dichtplatte nach vorn. Prüfe an der Front, dass der Draht wirklich auf der unteren Rolle liegt, dann über die Rollen des Tensioners. Unter der Spule hindurch reichst du dir das Ende nach vorn, hakst am vorderen Trommelanker ein und legst nun zwei sichere Umgänge. Überstand bündig abknipsen.

Achtung
- Das Video nennt keine spezifischen Spannwerte. Folge den angezeigten Modi (Wire-Prep, Tension) und den gezeigten Bediengriffen.
Trommel-Endlagen perfekt einstellen
Bevor es richtig läuft, definierst du die Endlagen. Stelle den linken unteren Endlagensensor fluchtend zum Magnet-Kontaktor ein. Lass die Trommel langsam nach rechts laufen und stoppe etwa 1/4" vor der rechten Kante. Setze hier die rechte Endlage.

Lass die Trommel nun zurücklaufen und stoppe wieder ca. 1/4" vor der linken Seite. Ist die Lücke zu groß, korrigiere am unteren Versteller. Mit einem metallischen Gegenstand kannst du den Kontaktor testweise auslösen, um den Richtungswechsel zu prüfen. Ziel ist ein sauberer Puffer auf beiden Seiten, sodass die Richtungswechsel nie in die Anschläge fahren.
Profi-Tipp
- In High-Speed entsteht ein kleiner Überlauf. Plane deinen 1/4"-Puffer mit ein, damit die Umkehrpunkte reproduzierbar bleiben.
Wenn die Trommel mittig steht, entsperrst du den Tensioner vollständig, sodass die Drahtspannung anliegt. Danach darf die Trommel im High-Speed durchlaufen – beobachte den Drahtlauf und die Wickelgeometrie.
Finale Checks: Lauf, Spannung, Karbide
Bevor du die Abdeckungen schließt, stoße die Trommel leicht an und sieh nach, ob alle Rollen – oben, unten, am Tensioner – frei drehen. Schiebe nun etwas Draht durch und beobachte, wie er sich sauber und ohne Überlapp auf die Trommel legt. Erst wenn alles gleichmäßig läuft, gibst du Geschwindigkeit.

Zum Schluss indexierst du die Karbidführungen: Je nach Bauform mit Flächen oder 10-mm-Mutter lösen, um 90° weiterdrehen und wieder anziehen. So bekommt die neue Drahtbahn eine frische Kontaktstelle und die Schnittqualität bleibt stabil.
Kurzcheck
- Alle Rollen drehen frei
- Draht legt sich gleichmäßig, keine Überlappungen
- Endlagen mit ~1/4" Puffer gesetzt, Richtungswechsel geprüft
- Tensioner entsperrt und Spannung liegt an
- Karbide 90° weitergestellt und festgezogen
Achtung
- Das Video zeigt keine konkreten Spannungs- oder Drehmomentwerte. Arbeite nach Sicht und Gefühl; wenn unsicher, prüfe die Dokumentation deiner Maschine.
Aus den Kommentaren: Fragen & Antworten
Frage: „Warum braucht man die Lücken an beiden Seiten?“ – Antwort aus der Community: Die leeren Bereiche verhindern, dass der Antrieb an die Extrempunkte läuft. Ein kleiner Drahtpuffer rechts/links wirkt außerdem wie eine Stoßdämpfung, damit der Draht nicht an den Bindestellen reißt. Diese Logik passt zu den im Video gezeigten 1/4"-Puffern beim Setzen der Endlagen.
Frage: „Es fehlt, wie der Draht auf die Spule kommt.“ – Im Video wird gezeigt, wie neues Drahtmaterial am Trommelanker eingehängt, angezogen und mehrfach gelegt wird – zuerst hinten beim Anfahren (um ~07:07), später vorn nach dem Durchfädeln durch die Dichtplatte (um ~12:49), jeweils mit sauberem Abschneiden des Überstands.
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Nebenbei bemerkt: Wer aus der Textilwelt magnetische Rahmen kennt, wird einige Prinzipien wiedererkennen – strukturierte Vorbereitung, definierte Endlagen, saubere Führung. In anderen Werkstätten helfen robuste Magnetrahmen beim reproduzierbaren Handling.
- In manchen Ateliers sind magnetisch Stickrahmen beliebt, weil sie das Einspannen beschleunigen.
- Auch Systeme wie mighty hoops oder ein snap hoop monster setzen auf schnelle, wiederholgenaue Spannprozesse.
- Wer mit einer brother Stickmaschine arbeitet, kennt den Wert konsistenter Führung ebenso.
- Gleiches gilt für Nutzer von janome magnetisch Stickrahmen oder klassischen tajima Stickrahmen.
- Der gemeinsame Nenner: wiederholbare Prozesse. Genau das erreichst du hier mit Wire-Prep, sauberem Fädelweg und korrekt gesetzten Endlagen – übertragbar auf viele Systeme rund um Stickrahmen for Stickmaschinen.
