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Video ansehen: "Embroidery on Paper for Bullet Journals" von Archer & Olive
Wenn Zeichnung auf Textur trifft, entsteht Magie: Gestickte Blumen auf Papier geben deinem Bullet Journal Tiefe, Haptik und Ruhe. In diesem Guide setzen wir exakt das um, was du im Video siehst – ohne Fachjargon-Überforderung, mit Einsteigerfokus und klaren Schritten.
Was du lernst:
- Wie du 160-g-Papier vorbereitest, dein Motiv skizzierst und Löcher sauber vorstichst
- Vier Grundstiche auf Papier: Rückstich, Whipped Running Stitch, Lazy Daisy und Kettenstich – plus Side Feather Stitch für Blätter
- Faden-Setup: Warum zwei Stränge optimal sind und wie du Fadenspannung auf Papier kontrollierst
- Finishing: Rückseite sichern, Kanten trimmen und dein Kunstwerk stilsicher im Journal platzieren

Einführung: Warum Sticken auf Papier fürs Journal? Sticken auf Papier ist ideal, wenn du Textur willst, ohne dein Journal zu überlasten. Papier lässt sich präzise vorbereiten, die Vorderseite wirkt hochwertig – und die etwas unordentliche Rückseite verschwindet, wenn du das Stück später einklebst. Das Video empfiehlt, nicht direkt im Journal zu sticken, weil die Rückseite selten so ordentlich wird wie die Front. Du kannst es dennoch versuchen – wichtiger ist stabiles Papier und kontrollierte Fadenspannung. Übrigens: Verwechsle Handsticken auf Papier nicht mit maschinellen Lösungen wie magnetisch Stickrahmen – hier zählt die ruhige Hand und ein paar einfache Stiche.
Papier & Motiv vorbereiten
Warum 160 g/m²? Stabilität. Dickes Papier reißt weniger, wenn du mehrfach durch dasselbe Loch stichst. Im Video kommt starkes Notizblock-Papier aus einer Archer & Olive Box zum Einsatz; die Mindestempfehlung liegt bei 160 g/m². Damit hält das Papier auch engere Lochabstände bei Blättern und Stielen gut aus – besonders dann, wenn du mit zwei Fäden arbeitest und den Zug moderat hältst.
Skizze mit Bleistift Eine leichte Bleistiftskizze liefert dir die Routen für Stiele, Blätter und Blüten. Drei florale Motive werden gezeigt: ein grünlicher, lavendelartiger Zweig, ein zierlicher Blätterzweig und eine sonnenblumenartige Blüte. Halte Formen großzügig – zu kleine Details erschweren das saubere Lochen und Sticken.

Wenn du das Motiv genau nacharbeiten willst, gibt es im zugehörigen Blog ein druckbares Muster. Du kannst es direkt auf starkes Journalpapier ausdrucken und die Markierungen als Loch-Guide nutzen.

Löcher vorstechen Nimm eine klassische Nadel und setze entlang deiner Bleistiftlinien gleichmäßige Löcher. Für Stiele funktionieren moderate Abstände gut; Blätter benötigen mehrere Punkte, je nach Form. Für die Lazy-Daisy-Blüten werden an den Blütenblattspitzen einzelne Löcher gesetzt – weniger ist hier mehr, denn der Stich selbst bildet die Fülle. Achte darauf, Löcher nicht zu nah zu platzieren, um Ausrisse zu vermeiden.

Profi-Tipp Lege beim Lochen eine weiche Unterlage unter – zum Beispiel einen Kork-Untersetzer. So hast du mehr Kontrolle, schützt die Tischoberfläche und die Löcher werden sauber. Das stammt als hilfreicher Community-Hinweis aus den Kommentaren.
Achtung Papier ist unforgiving: Einmal gestochene Löcher bleiben sichtbar. Prüfe vorab die Linienführung und passe Abstände an, sodass die Stiche harmonisch wirken.
Faden vorbereiten
Stickgarne kommen meist als Strang mit sechs Einzelfäden. Für Papier nimmst du zwei davon – das ist im Video der Standard. Zwei Fäden gleiten leichter durchs Papier, bauen weniger Zug auf und ergeben eine feine Linie mit guter Lesbarkeit. Trenne die Fäden vorsichtig, damit sich nichts verknotet, fädle die Nadel ein und stimme die Farbe auf dein Motiv ab.

Kurzcheck
- Papier: mind. 160 g/m²?
- Skizze: klar und luftig?
- Löcher: gleichmäßig, nicht zu dicht?
- Garn: 2 Einzelfäden eingefädelt?
Grundstiche auf Papier meistern
Rückstich – der zuverlässige Allrounder Starte am Stiel: Durch das erste Loch hoch, durch das zweite runter, dann durch das dritte hoch und zurück ins zweite – so schließt du die Lücke. Der Rückstich liefert eine durchgehende, solide Linie, ideal für Stiele. Wichtig: gleichmäßige Stichlängen und ein sanfter Zug, damit das Papier flach bleibt.

Für Blätter setzt du dieselbe Logik sparsam ein: mehrmals durch ein zentrales Loch zurückstechen, bis sich eine feine, blattartige Form abbildet. Kontrolliere die Lochkanten – reißt etwas aus, reduziere die Spannung.

Wenn dir mal der Faden ausgeht, wechsle einfach und führe ruhig weiter; das Video zeigt, dass die Vorderseite sauber bleibt, auch wenn die Rückseite nicht perfekt ist.

Whipped Running Stitch – Textur mit Leichtigkeit Zuerst ein klassischer Vorstich: hoch, runter, hoch, runter – mit kleinen Abständen und sichtbaren Lücken. Danach „peitschst“ du den Faden in einer zweiten Runde um jeden Vorstich herum. Ergebnis: eine weiche, leicht erhabene Linie, ideal für zarte Stiele. Für Mini-Blätter reicht oft ein einziger kurzer Stich.

Achte darauf, den umschlingenden Faden nicht zu fest anzuziehen. Sonst verliert der Vorstich seine Form. Wenn die Farbe dem Papier zu ähnlich ist, wirken Mikrodetails weniger sichtbar – das ist okay, wenn du subtil bleiben willst.

Lazy Daisy – Blütenblätter in Loops Der Loop macht die Blüte: Stich von vorn in dasselbe Loch zurück, lass die Schlaufe oben liegen und sichere sie, indem du an der Petal-Spitze durch ein drittes Loch hochkommst und knapp außerhalb wieder einstichst. Nicht zu straff – sonst verschwindet die Schlaufe. Wiederhole das entlang deines Stiels für lavendelartige Blüten.

Gerade bei Papier zeigt sich: Gleichmäßige Loops hängen direkt an deiner Fadenspannung. Nimm dir Zeit, übe auf Restpapier und halte jede Schlaufe in ähnlicher Größe.

Kettenstich – ein linearer Loop-Verlauf Für den dritten Stiel nutzt du einen Kettenstich: Schlaufe legen, im nächsten Loch innerhalb der Schlaufe wieder hochkommen und anschließend in dasselbe Loch auf derselben Seite zurück. Das wiederholst du, bis eine geschlossene Kette entsteht, die die Stiellinie abbildet. Der Effekt ist weich, geschlossen und sehr dekorativ.

Side Feather Stitch – gefiederte Blattstruktur Für eine strukturierte Blattoberseite arbeitest du in einer Art umgedrehtem L-Muster, fixierst am Ende ähnlich wie bei Lazy Daisy und schließt die Unterseite schlicht mit Rückstichen. So entstehen definierte Blätter mit Textur, ohne das Papier zu überfrachten.

Achtung Zuviel Wieder-Einstiche im selben Loch können die Kanten ausleiern. Wenn du merkst, dass das Papier nachgibt, wechsle den Einstichpunkt minimal oder vergrößere die Loops leicht.
Tipps & Tricks für sauberes Papiersticken
Mit zwei Fäden arbeiten Zwei Fäden sind im Video Standard – sie schonen das Papier und liefern klare, feine Linien. Mehr Fäden bedeuten mehr Reibung und Zug. Wenn du dich fragst, ob spezielle Rahmen nötig sind: Für Handsticken auf Papier nicht. Maschinelle Systeme wie babylock Stickrahmen oder bernina magnetisch Stickrahmen sind eine andere Welt – hier bleibt’s bewusst minimalistisch und manuell.
Fadenspannung managen Ziehe den Faden nur so fest, dass die Strecke sauber anliegt. Bei Lazy Daisy muss die Schlaufe sichtbar bleiben; bei Whipped Running Stitch dürfen die Umwicklungen nicht quetschen. Ein gleichmäßiger Rhythmus hilft – wiederhole Bewegungen identisch und arbeite mit kurzen Garnlängen, damit sich der Faden nicht aufspaltet.
Rückseite sichern – aber richtig getimed Das Video zeigt Tape auf der Rückseite, um Fadenenden zu bändigen. Praktisch ist, bis zum Ende zu warten, um flexibel zu bleiben. Nutze klares Tape in kleinen Stücken; so bleibt die Fläche eben und das Ergebnis lässt sich später plan einkleben.

Aus den Kommentaren
- „Kork-Untersetzer als Unterlage“ – ein kluger Hack gegen ausfransende Löcher und für mehr Kontrolle beim Vorstechen.
- „Klassische Nadel reicht“ – du brauchst kein Spezialwerkzeug.
- „Direkt im Journal?“ – Es geht, aber die Rückseite wirkt oft unruhig; deshalb rät das Video zu einem separaten Blatt zum Einkleben.
Dein gesticktes Artwork im Bullet Journal integrieren
Trimmen & Kanten Schneide dein Stück zum Schluss sauber zu. Rechteckig funktioniert fast immer und lässt sich gut ausrichten; runde Ecken sind Geschmackssache. Lass etwas Rand ums Motiv, damit es atmen kann.

Befestigen im Journal Positioniere das Artwork auf einer leeren Seite und fixiere es mit Washi-Tape an den Rändern. Pinkes Tape sorgt im Video für einen freundlichen Kontrast. Achte auf festes Andrücken, damit nichts absteht. Ein kurzer Spruch mit Gelstift daneben bringt Persönlichkeit – gezeigt wird: „Flowers need a little rain to grow.“

Profi-Tipp Erst lose platzieren, dann final fixieren. Prüfe den Seitenfluss mit bestehenden Einträgen und dem Journallayout.
Troubleshooting – häufige Stolpersteine
- Papier reißt am Loch: Abstände vergrößern, Zug reduzieren, ggf. ein neues Loch minimal versetzt setzen.
- Faden splisst: Kürzere Fadenlängen, Fadenende frisch anschneiden, ruhige Bewegungen.
- Loops ziehen sich platt: Weniger straff, Handposition anpassen und Schlaufe mit Finger kurz halten, bis sie fixiert ist.
- Rückseite unruhig: Am Ende mit kleinem Tape-Fenster sichern; große Streifen vermeiden, damit die Fläche flexibel bleibt.
Vergleich & Kontext Handsticken auf Papier ist bewusst low-tech. Es unterscheidet sich klar von Maschinen-Setups und Zubehör wie brother Stickmaschine, tajima Stickrahmen oder magnetischen Lösungen à la snap hoop monster – diese sind für textilbasierte Maschinenprojekte gedacht. Unser Ziel: entschleunigte, meditative Arbeit ohne Zusatzgeräte. Wer neugierig ist, kann natürlich später in die Maschinenwelt hineinschnuppern – Begriffe wie mighty hoop oder magnetisch Stickrahmen for brother begegnen dir dort häufig, sind hier aber nicht nötig.
Abschluss: Textur, Ruhe – und ganz viel Persönlichkeit Ein paar Stiche, ein robustes Papier und ein ruhiger Takt – mehr braucht es nicht. Das Video zeigt, wie zugänglich Papiersticken ist, selbst ohne „perfekte“ Rückseite. Genau darin liegt der Charme: Die Vorderseite strahlt, die Haptik lädt ein, und dein Journal gewinnt ein echtes Highlight. Wer mag, baut eine kleine Serie in wechselnden Farbstimmungen auf und klebt die Stücke als wiederkehrendes Motiv monatlich ein.
Achtung Im Video werden keine speziellen Zeitangaben gemacht – plane dir entspannte Sessions ein und genieße den Prozess. Qualität schlägt Tempo.
Bonus: Ideen zur Weiterführung
- Farbvarianten: Ton-in-Ton für Minimalisten, Komplementärkontraste für mehr Pop.
- Mini-Bouquets: Mehrere kleine Motive auf einer Seite arrangieren.
- Typografie trifft Textur: Ein gestickter Initialbuchstabe neben deiner Wochenübersicht.
- Mixed Media: Leichte Aquarell-Washes unterlegen – zuerst malen, vollständig trocknen lassen, dann sticken.
Aus den Kommentaren – Motivation to go Viele Einsteiger fanden das Tutorial „geradeaus“ und „superverständlich“. Die Ermutigung der Marke: „Go for it!“ Das fasst die Haltung gut zusammen: Fang an, halte die Stiche sanft, und freu dich über die kleine, haptische Bühne in deinem Journal.
Hinweis zur Terminologie Die Creatorin bezeichnet sich selbst nicht als Pro – die gezeigten Stiche sind in der Praxis aber klar erkennbar: Rückstich, Whipped Running Stitch, Lazy Daisy, Kettenstich und Side Feather Stitch. Wenn dir Begriffe fehlen, arbeite visuell: Der Bewegungsfluss ist wichtiger als das Vokabular.
