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Wenn du schon mal vor Floriani Total Control U (FTCU) gesessen hast und gedacht hast: „Ich besitze diese leistungsstarke Software … warum fühle ich mich trotzdem langsam?“ – dann bist du nicht allein. In vielen Trainings sehe ich immer wieder, dass fähige Anwender nicht an Talent scheitern, sondern an ein paar wenigen Hebeln: zwei, drei Tools mit riesigem Zeitgewinn – und ein paar „leise“ Einstellungen, die das Verhalten der Werkzeuge komplett verändern.
In dieser Deep-Dive-Session (basierend auf dem Workflow von Jeff Vogel) klicken wir nicht nur Buttons durch. Wir schlagen die Brücke zwischen Software-Geometrie und echter Stick-Physik. Du bekommst zwei Speed-Tools (Magic Wand und Circle Template) und wechselst danach in das Handwerk: manuelles Digitalisieren mit Satin Stitch, Complex Fill und Steil (Steel) Stitch. Und wir lösen das nervige Problem, wenn der Digitizing Pencil Kurven zeichnet, obwohl du sicher bist, gerade zu klicken.

Start wie Jeff: Das RNK/Floriani-Club-Video finden, das FTCU „klick“ macht
Jeffs erster Schritt ist kein Stichwerkzeug – sondern eine Voraussetzung. Er navigiert im RNK Software Club zu „Digitizing Toolbox by Trevor“ im 2021 Weekly Archive und empfiehlt ausdrücklich, dieses ca. 19-minütige Video zuerst anzusehen, bevor du den Workflow hier nacharbeitest.
Der wichtigste Lernpunkt dahinter: Digitizing-Tools wirken erst dann „einfach“, wenn du die Logik der Maschine verstehst. Überspringst du diese Basis, kämpfst du gegen Software-Verhalten, das eigentlich eine Funktion ist. Denk daran wie an ein Handbuch: Erst verstehen, dann fliegen.
Was Jeff der Reihe nach macht:
- RNK/Floriani-Club-Bereich aus FTCU heraus öffnen.
- Zu Blogs and News → Club Weekly Video Archive gehen.
- Im 2021 Weekly Archive Digitizing Toolbox by Trevor auswählen.
Profi-TippHalte ein Notizbuch oder eine Notiz-App offen. Sobald du einen Shortcut lernst (z. B. CTRL+Klick), notiere ihn. Muskelgedächtnis braucht Zeit – ein Spickzettel spart sie sofort.

Die „unsichtbare“ Vorbereitung gegen schlampiges Nachzeichnen: Backdrop, Griffe und ein echtes Größen-Ziel (2.75")
Jeff lädt ein Fleur-de-lis als Backdrop (FBD080) und nutzt das Backdrop Tool, um Sichtbarkeit und Größe zu steuern. Er skaliert das Bild auf ca. 2.75 inches – entweder über die Griffe im Arbeitsbereich oder über die Properties.
Warum 2.75 inches? Stich-Physik statt Bildschirm-Optik Das ist wichtiger, als viele denken: Wenn du auf einem riesigen Backdrop (z. B. 10") digitalisierst und später stark verkleinerst, rücken Dichten zusammen – das begünstigt Fadenrisse und Nadelablenkung. Arbeitest du zu klein und skalierst hoch, werden Stiche zu offen und der Stoff scheint durch.
- Praxis-Check: Digitalisiere möglichst in der späteren Stickgröße. Dann passt auch dein Punktabstand entlang von Kurven (als Gefühl: wenige Millimeter zwischen Punkten, damit Kurven sauber laufen).
Jeffs Backdrop-Workflow:
- Backdrop Library öffnen.
- Bild FBD080 (Fleur-de-lis) in den Workspace laden.
- Backdrop Tool anklicken, damit die Griffe erscheinen.
- Auf ca. 2.75 inches skalieren.
- In den Workspace klicken oder auf Select Tool wechseln, damit der Rahmen/Griffkasten verschwindet.

Prep-Checkliste (vor dem Nachzeichnen)
- Sichtbarkeit: Sind die Kanten klar erkennbar? Wenn das Bild „matschig“ ist, wird dein Digitalisieren unpräzise.
- Größe: Ist das Design ungefähr 2.75" (oder deine Zielgröße)? Faustregel: Fertige Designs nicht mehr als ca. 10–20% skalieren, ohne Dichte/Parameter neu zu prüfen.
- Ziel: Geht es um einen schnellen Prototyp (Magic Wand) oder um saubere Produktion (manuell digitalisieren)?
- Praxis-Helfer: Hast du später ein Water Soluble Pen parat, um auf dem Stoff z. B. die Mitte/Position zu markieren?
Der Schnellweg: Magic Wand in FTCU – wann du sofort eine Kontur bekommst (und wann es dich reinlegt)
Jeff klickt Magic Wand, positioniert das Fadenkreuz auf eine bestimmte Farbe im Artwork und erzeugt per Linksklick sofort eine Kontur der Farbfläche.
Die typische Falle beim Magic Wand Jeff nennt die entscheidende Einschränkung: Magic Wand funktioniert nur bei farbigem Artwork/Bildern. Bei unscharfen Dateien oder Verläufen entstehen schnell „gezackte“ Kanten.
- Praxis-Anker: Am Bildschirm sieht das wie eine kleine Treppe aus. Auf der Maschine hörst du es oft als hektisches „Rattern“, weil die Nadel viele Mini-Ecken abarbeiten muss – das kann Fäden schädigen.
Magic-Wand-Schritte (wie gezeigt):
- Magic Wand auswählen.
- Fadenkreuz über die gewünschte Farbfläche halten.
- Linksklick: Kontur wird erzeugt.
- Backdrop ausblenden, um das Ergebnis zu prüfen.
Erwartetes Ergebnis: Die Kontur erscheint sofort. Zoome nah ran. Wenn die Linie unruhig wirkt: löschen und auf manuelles Digitalisieren wechseln.

Circle Template in FTCU: Der 8er-Kranz-Trick (270° nach außen vs. 90° nach innen)
Dieser Abschnitt ist Gold wert, wenn du schnell komplex wirkende Designs bauen willst. Jeff nutzt Circle Template, setzt die Anzahl auf 8 und steuert über Angle die Ausrichtung.
- 270° richtet die Elemente nach außen aus (Mariner’s-Wheel/Kompassrad-Look).
- 90° richtet die Elemente nach innen aus (Schneeflocken-Effekt).
Danach passt er den Kreisdurchmesser so an, dass sich die Elemente leicht überlappen.

Warum diese Überlappung in der Praxis zählt Jeff erwähnt die Überlappung – hier die Konsequenzen:
- Zu viel Abstand: Der Stoff kann „ziehen“, es entstehen sichtbare Lücken.
- Zu viel Überlappung: Es entsteht ein harter Fadenknubbel („Krone“/Buildup), der Probleme machen kann.
- Ziel: So einstellen, dass die Kanten sich gerade berühren bzw. minimal überlappen.
Circle-Template-Schritte:
- Objekt auswählen, das wiederholt werden soll.
- Circle Template öffnen.
- Count = 8.
- Angle = 270 setzen und Apply.
- Kreisgröße/Durchmesser anpassen, bis die Wiederholungen leicht überlappen.
- Mit OK bestätigen.

Run Motif in FTCU: Dekorativ – ohne dass es „zu busy“ wird (Pattern 209 → Size 3)
Nach dem kreisförmigen Run Stitch wendet Jeff Run Motif an. Standardmäßig steht es bei ihm auf Pattern 209; er wählt etwas Ruhigeres und reduziert anschließend die Size auf 3.
Warum die Größe so viel ausmacht: Ein Motiv in Größe 5 kann auf einer großen Fläche gut wirken – auf einem kleinen Patch wirkt es schnell überladen. Mit Größe 3 bleibt das Muster klarer und „atmet“ besser.
Run-Motif-Schritte (wie gezeigt):
- Run-Stitch-Design auswählen.
- Run Motif anklicken.
- In der Motif-Liste ein weniger „busy“ Muster wählen.
- Motif-Größe auf 3 setzen.


Sauberer Workspace, saubere Ergebnisse: Die Delete/Select-Gewohnheit, die Zeit (und Nerven) spart
Jeff räumt seinen Workspace auf, löscht alte Objekte und startet neu. Das ist digitale Hygiene: In komplexen Dateien bremsen „Reste“ (versteckte Objekte, unnötige Elemente) die Darstellung. Wenn dein Screen laggt, klickst du zwangsläufig daneben.
Goldene Regel: Vor dem Löschen immer erst auf Select Tool wechseln. Wenn ein Digitizing Tool aktiv ist, „denkt“ die Software in Eingabepunkten – und du arbeitest gegen den Modus.
Satin Stitch Tool in FTCU: Die CTRL-Taste ist dein Lenkrad (Kurven vs. Ecken)
Jetzt kommt das eigentliche Handwerk – hier übernimmst du die Kontrolle.
Jeff zeigt beim Satin Stitch Tool diesen Kernmechanismus:
- CTRL halten = Kurve: Die Punkte folgen der Rundung.
- CTRL loslassen = Gerade/Ecke: Ideal für scharfe Kanten.
Korrekturmodus:
- Backspace: Einen oder mehrere Punkte zurück.
- Inclination Angle: Die gelbe Linie, die du über die Form ziehst. Sie definiert die Stichlage/den Fadenverlauf (Richtung des Glanzes).

Satin-Stitch-Workflow (aktionsorientiert):
- Tool wählen: Satin Stitch Tool.
- Startpunkt: Am oberen Punkt des Blatts klicken.
- Kurve führen: CTRL halten und entlang der Rundung klicken.
- Ecke setzen: CTRL loslassen und klicken.
- Schließen: Close Shape.
- Winkel setzen: Gelbe Linie über das Objekt ziehen.
- Kontrolle: 3D view aktivieren – passt der „Shine“ zur gewünschten Richtung?
Warnung: Sicherheit in der Praxis
Digitalisieren passiert am PC, Sticken ist Mechanik. Beim Probestick Hände weg vom Nadelbereich. Wenn du Sprühkleber für Vlies nutzt: gut lüften und nicht in der Nähe von PC-Lüftern sprühen (Rückstände sind real).

Duplicate + Horizontal Flip: Ein Blatt in Sekunden spiegeln statt doppelt zu digitalisieren
Jeff digitalisiert ein Blatt und spiegelt es. Effizienz-Regel: Digitalisiere symmetrische Elemente nur einmal. Perfekte Symmetrie bekommst du durch Duplizieren – nicht durch „nochmal nachzeichnen“.
Gezeigte Schritte:
- Objekt auswählen.
- Duplication klicken.
- Horizontal Flip klicken.
- In Position ziehen.

Complex Fill für gerade Kanten: Mit Linksklicks zu einer sauberen Mitte
Für die mittlere „Top-Hat“-Form nutzt Jeff Complex Fill. Weil die Kanten gerade sind, klickt er einfach Punkt für Punkt mit links – ohne CTRL.
Complex-Fill-Schritte:
- Complex Fill wählen.
- Mit Linksklicks die geraden Kanten abfahren.
- Mit Rechtsklick abschließen.
Ergebnis: Eine solide Füllung (Tatami/Standard-Fill).
- Hinweis aus der Praxis: Füllstiche stabilisieren gut, können aber steifer wirken. Prüfe im Testlauf, ob die Fläche „zu hart“ wird.

Steil (Steel) Stitch für den kleinen Kreis: Ohne Zoom wirst du deinen Kreis nie mögen
Jeff nimmt Steil Stitch für den kleinen Akzent-Kreis. Typisches Problem: Kleine Kreise werden schnell „eierig“, wenn man zu weit rausgezoomt arbeitet. Lösung: Zoomen. Einen kleinen Kreis sauber zu klicken, während du das ganze Design im Blick hast, ist unnötig schwer.
Steil-Stitch-Schritte:
- Steil Stitch wählen.
- Linksklick zum Start.
- CTRL halten, um sauber rund zu klicken.
- Rechtsklick zum Beenden.

Einstellung gegen hässliche Sprungstiche: Optimize Entry/Exit (Icon mit pinken Boxen)
Nach dem Aufbau wählt Jeff das komplette Design aus und klickt Optimize Entry/Exit. Warum? Ohne Optimierung springt die Maschine ggf. quer durchs Motiv. Das erzeugt:
- Sprungstiche (mehr Schneiden/mehr Nacharbeit).
- Zeitverlust (Trimmvorgänge bremsen).
- Risiko für Unterfaden-Nester (mehr Stop/Start = mehr Fehlerchancen).
Schritte:
- Alles auswählen.
- Optimize Entry/Exit klicken (Icon mit pinken Boxen).

Setup-Checkliste (Pre-Flight)
- Backdrop aus: Nur die Stiche sichtbar?
- Optimierung: Pinke-Boxen-Icon ausgeführt?
- Überlappung: In den Überlappungen reingezoomt – ist es zu „aufgebaut“?
- Stichwinkel: Wirken Satin-Flächen fließend oder „abgehackt“?
Warum diese Tools zählen: Vom Bildschirm zur Produktion
Auch wenn Jeff Software zeigt: Ziel ist immer ein physisches Produkt. In der Praxis gilt:
- Weniger/saubere Punkte = ruhiger Lauf: Saubere Geometrie bedeutet ruhigere Maschinenbewegung.
- Pathing ist Geschwindigkeit: Optimierte Ein-/Ausstiege reduzieren unnötige Wege.
Wenn du von 1 Stück auf 50 Stück gehst, werden diese Minuten zu echter Produktionszeit. Und dann kommt ein Engpass, den Software nicht löst: Einspannen.
Wenn du mit Rahmenspuren (glänzende Ringe) kämpfst oder dir bei Schraubrahmen die Handgelenke schmerzen, ist das oft der Punkt für Hardware-Upgrades. Viele Profis steigen dann auf ein Magnetrahmen für Stickmaschine-System um. Das ist nicht nur Komfort – es kann den Einspannprozess deutlich beschleunigen.
Wenn der Pencil in FTCU plötzlich Kurven zeichnet: Es liegt am Linienmodus
Jeff endet mit einem starken Troubleshooting-Tipp. Symptom: Du willst mit dem Pencil eine gerade Linie setzen – aber sie wird immer gebogen. Ursache: Der Linienmodus in der oberen Toolbar steht auf Arc oder Bezier.

Entscheidungsbaum: Magic Wand oder manuell digitalisieren?
Nutze diese Logik, damit du nicht rätst:
- Ist dein Artwork klar, kontrastreich und farbig (z. B. sauberes PNG/Clipart)?
- JA → Magic Wand testen, Ecken prüfen.
- NEIN → weiter zu Schritt 2.
- Brauchst du kontrollierten „Shine“/Stichrichtung?
- JA → Satin/Steil manuell, Stichwinkel bewusst setzen.
- NEIN → Complex Fill kann für flache Bereiche reichen.
- Baust du ein geometrisches Muster (Kranz/Schneeflocke)?
- JA → EIN Element sauber digitalisieren, dann Circle Template.
- NEIN → normales Pathing.
Aus einem coolen Kranz wird ein verkaufbarer Sticklauf
Jeff zeigt die digitale Seite. Hier ist der Praxis-Check für deine Maschine.
- In Originalgröße testen: Auf Probestoff, der dem Endmaterial ähnlich ist.
- Mitte beobachten: Kranz-Designs bauen in der Mitte schnell Dichte auf. Du musst ggf. Stiche im Zentrum reduzieren/entfernen, damit es nicht „zu hart“ wird.
Bei schwierigen Teilen (schwere Jacken, Taschen, empfindliche Funktionsstoffe) ist der Standardrahmen oft der Schwachpunkt: Stoff rutscht oder der Rahmen öffnet sich. Hier kann ein Magnetrahmen helfen, weil der Stoff/Vlies ruhiger liegt und die Passung stabiler bleibt.
Warnung: Sicherheit bei Magnetrahmen
Magnetrahmen sind starke Werkzeuge.
* Quetschgefahr: Finger aus der Klemmzone.
* Medizinische Geräte: Abstand zu Herzschrittmachern/Insulinpumpen.
* Elektronik: Nicht direkt neben empfindlicher Elektronik/Karten lagern.
Arbeits-Checkliste (die finale „Nicht überspringen“-Liste)
- Optimierung: „Optimize Entry/Exit“ gelaufen?
- 3D-Kontrolle: Unsaubere Winkel/Lücken in 3D view geprüft?
- Punktkontrolle: Kleine Kreise stark gezoomt geprüft?
- Linienmodus: Pencil für das nächste Mal auf „Straight Line“ zurückgestellt?
- Maschinen-Prep: Spulenbereich gereinigt und mit frischer Nadel gestartet (75/11 als gängiger Startpunkt – Handbuch beachten)?
Upgrade-Pfad: Wo Digitizer Zeit verlieren, nachdem sie „gut“ geworden sind
Wenn du die Software beherrschst (Magic Wand, Circle Template, manuelle Sticharten), verschiebt sich der Engpass: Du digitalisierst schnell – aber produzierst du auch schnell?
Hier eine sinnvolle Reihenfolge:
- Level 1: Software-Mastery. (Das hier). Besseres Pathing reduziert Laufzeit.
- Level 2: Workflow-Upgrade. Mit Einspannstation oder einer Magnetische Einspannstation platzierst du z. B. Brustlogos reproduzierbar, ohne jedes Shirt neu auszumessen.
- Level 3: Hardware-Upgrade. Für Wiederholproduktion bremst der Standardrahmen. Ein Magnetrahmen für Stickmaschine ermöglicht „Snap-and-Go“-Tempo.
Für bestimmte Anwendergruppen:
- Bernina-Anwender: Dicke Nähte sind mit Standardrahmen oft kritisch. Ein passender Magnetrahmen für bernina kann das „Pop-off“-Problem bei schweren Materialien reduzieren.
- Shop-Teams: Wenn Platzierung dein Dauerthema ist, kann ein hoopmaster-System helfen, den Ladevorgang zu standardisieren.
- Volumenproduktion: Wenn eine Einnadelmaschine nicht mehr reicht, sind Mehrnadelstickmaschinen oft der nächste Schritt.
Software zuerst meistern – und die Physik der Maschine immer mitdenken.
FAQ
- Q: Warum zeichnet das Pencil Tool in Floriani Total Control U (FTCU) gebogene Linien, obwohl der Linienmodus eigentlich gerade sein sollte?
A: Stelle den Linienmodus in der FTCU-Toolbar von Arc/Bezier auf Straight Line um – das ist eine Modus-Einstellung, kein „Fehlklick“.- Öffnen: Suche in der FTCU-Toolbar (während das Pencil Tool aktiv ist) die Einstellung für den Linienmodus.
- Umstellen: Straight Line auswählen (nicht Arc oder Bezier).
- Erneut testen: Zwei Punkte erneut anklicken, um das Segment neu zu setzen.
- Erfolgskontrolle: Die Vorschau zeigt eine gerade Verbindung ohne „Nudel“-Kurve zwischen den Klicks.
- Wenn es weiterhin nicht klappt: Zurück auf Select Tool wechseln und erneut starten, damit du nicht gegen einen aktiven Digitizing-Modus arbeitest.
- Q: Wie kann ich in Floriani Total Control U (FTCU) den Backdrop vor dem Digitalisieren korrekt auf 2.75 inches skalieren?
A: Skaliere den Backdrop vor dem Nachzeichnen auf die spätere Stickgröße (ca. 2.75"), damit du nachträgliche Dichteprobleme durch starkes Skalieren vermeidest.- Laden: Backdrop Library öffnen und das Bild in den Workspace setzen.
- Aktivieren: Backdrop Tool anklicken, damit die Skalierungsgriffe sichtbar werden.
- Größe setzen: Griffe ziehen oder den Wert in den Properties eintragen, bis das Artwork ca. 2.75 inches hat.
- Erfolgskontrolle: Kanten sind klar erkennbar und die Größe passt – der Punktabstand wirkt bei normalem Zoom „stimmig“.
- Wenn es weiterhin nicht klappt: Vermeide es, ein fertiges Design später um mehr als ca. 10–20% zu skalieren, ohne Dichten neu zu prüfen.
- Q: Wann sollte ich das Magic Wand Tool in FTCU vermeiden, weil es aus Artwork gezackte Konturen erzeugt?
A: Vermeide Magic Wand, wenn das Artwork nicht kontrastreich ist; unscharfe JPEGs oder Verläufe erzeugen häufig treppenartige Kanten.- Test: Magic Wand auf einen kleinen Bereich anwenden, dann Backdrop ausblenden und stark hineinzoomen.
- Entscheidung: Wenn die Kante wie eine Mini-Treppe aussieht, Ergebnis löschen und manuell digitalisieren (Satin/Complex Fill/Steil).
- Verfeinern: Beim manuellen Nachzeichnen mit wenigen, sauberen Punkten arbeiten, damit die Maschinenbewegung ruhig bleibt.
- Erfolgskontrolle: Die Kontur wirkt im Zoom glatt, und die Simulation zeigt keine vielen winzigen scharfen Ecken.
- Wenn es weiterhin nicht klappt: Magic Wand für diese Datei nicht weiter nutzen und die Formen kontrolliert manuell neu aufbauen.
- Q: Wie steuert die CTRL-Taste im Satin Stitch Tool von Floriani Total Control U (FTCU) Kurven gegenüber Ecken beim manuellen Digitalisieren?
A: CTRL halten für Kurven und CTRL loslassen für gerade Segmente/Ecken – nutze CTRL wie eine Lenkhilfe für saubere Formen.- Start: Satin Stitch Tool wählen und den Startpunkt der Form anklicken.
- Kurve: CTRL halten und entlang der Rundung klicken.
- Ecke: CTRL loslassen und klicken, um eine scharfe Ecke zu setzen.
- Winkel setzen: Die gelbe Inclination Angle-Linie ziehen, um die Stichrichtung zu definieren.
- Erfolgskontrolle: In 3D view folgt der Satin-„Glanz“ der gewünschten Richtung, und Ecken wirken crisp statt wellig.
- Wenn es weiterhin nicht klappt: Mit Backspace den letzten Punkt zurücknehmen und mit dem richtigen CTRL-Zustand neu setzen.
- Q: Wie reduziert Optimize Entry/Exit (Icon mit pinken Boxen) in Floriani Total Control U (FTCU) Sprungstiche und Unterfaden-Nester an der Stickmaschine?
A: Führe Optimize Entry/Exit nach dem Auswählen aller Objekte aus, um das Pathing zu verbessern und unnötige Sprünge/Trims zu reduzieren.- Auswählen: Select All nutzen, damit alles einbezogen ist.
- Optimieren: Optimize Entry/Exit klicken (Icon mit pinken Boxen).
- Prüfen: Backdrop ausblenden und die Stichreihenfolge visuell nachvollziehen.
- Erfolgskontrolle: Die Reihenfolge wirkt durchgängiger, mit weniger langen Querfahrten, die später geschnitten werden müssten.
- Wenn es weiterhin nicht klappt: Dichte Überlappungen (besonders in der Kranzmitte) prüfen und ggf. vereinfachen bzw. Stiche reduzieren.
- Q: Welche Nadel- und Spulenbereich-Vorbereitung sollte ich vor dem Probesticken eines FTCU-Designs machen, um Fadenprobleme zu reduzieren?
A: Mach einen kurzen Maschinen-Pre-Flight: Spulenbereich reinigen und mit einer frischen Nadel starten (ein sicherer Startpunkt ist 75/11, aber folge dem Maschinenhandbuch).- Reinigen: Flusen im Spulenbereich vor dem Test entfernen.
- Wechseln: Vor der Bewertung einer neuen Datei eine frische Nadel einsetzen.
- Testen: In Originalgröße auf Probestoff sticken, der dem Endmaterial ähnlich ist.
- Erfolgskontrolle: Ruhiger Lauf ohne häufiges Schneiden, Fadenschreddern oder plötzliches Nesting.
- Wenn es weiterhin nicht klappt: Design auf übermäßige Dichte (oft in der Kranzmitte) prüfen und Stiche reduzieren, bevor du die Maschine verdächtigst.
- Q: Welche Sicherheitsregeln sollte ich beim Probesticken von FTCU-Designs und beim Einsatz von Magnetrahmen beachten?
A: Hände weg vom Nadelbereich während des Stickens; Magnetrahmen als Quetschgefahr behandeln und zusätzlich medizinische/elektronische Vorsicht beachten.- Verletzungen vermeiden: Finger vom Nadelbalken fernhalten, solange die Maschine läuft.
- Sprays sicher nutzen: Sprühkleber nur mit Lüftung verwenden und nicht in Richtung PC-Lüfter sprühen.
- Magnete handhaben: Finger aus der Klemmzone halten und das Schließen kontrolliert ausführen.
- Erfolgskontrolle: Rahmen schließt ohne Quetschen, und der Probelauf läuft ohne riskante „Hand-an-der-Nadel“-Korrekturen.
- Wenn es weiterhin nicht klappt: Maschine stoppen, dann erst Einspannen/Position korrigieren; Magnete von Herzschrittmachern/Insulinpumpen fernhalten und nicht neben empfindlicher Elektronik/Karten lagern.
