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Fadenwahl meistern: Was wirklich zählt
Die richtige Kombination aus Farbe, Fadentyp, Gewicht und Nadelgröße macht den Unterschied zwischen „geht so“ und „glänzend“. APQS-Educator Lauren betont: Probleme mit „meine Maschine mag X nicht“ sind meist Feinabstimmungssache. Mit etwas Tuning akzeptiert die Longarm verschiedenste Fäden.

Profi-Tipp Teste neue Faden/Nadel-Paarungen immer auf einem Reststück, bevor du auf den Quilt gehst. Achte auf sauberes Stichbild, keine Schredderfäden und keine ausgelassenen Stiche.
Achtung Konfigurationen, die eine Zeit lang funktionieren, können bei Fadenwechsel (Material, Gewicht, Finish) eine neue Feinjustierung brauchen. Plane dafür ein paar Probenahtmeter ein. magnetisch Stickrahmen
Kurzcheck
- Läuft der Faden ohne Haken und Schreddern durch?
- Sind die Stiche gleichmäßig und die Löcher nicht zu groß?
- Passt die Nadelgröße zum Fadengewicht?
Farbe zuerst: Kontrast oder Blending?
Wenn du willst, dass deine Quiltlinien gesehen werden, wähle einen kontrastierenden Faden. Auf dunklem Stoff wirkt z. B. ein helles, farbintensives Garn stark – das verlangt aber auch sicheres Führen.

Für sanftes Blending gilt: Auf Vorder- und Rückseite eher eine Farbe wählen, die in die Stoffe „hineinblendet“. So entsteht vorrangig Textur statt Linien.

Aus der Praxis: Lauren plant die Fadenfarbe konsequent nach gewünschter Sichtbarkeit. Das kann je nach Selbstvertrauen in die Linienführung oder dem Ziel-Look variieren.
Profi-Tipp Eine hellere, neutralere Farbe kann auf mehreren Pastelltönen überraschend gut „mitblenden“. Sei mutig, teste auf Restblöcken – die Überraschungen sind oft positiv. snap hoop monster
Fadentypen & -stärken entwirrt
Einfacher Merksatz: Je höher die Zahl, desto dünner der Faden. 60wt ist dünner als 40wt; 80wt/100wt sind noch feiner. Damit steuerst du Sichtbarkeit und Blending gezielt.

Polyester vs. Cotton: Unterschiede verstehen
Polyester ist nicht gleich „glänzend“. Es gibt matte, baumwollähnliche Varianten bis hin zu satiniertem Finish. Cotton punktet mit natürlicher Haptik, kann aber je nach Marke/Finish fusseln. Entscheidend ist, was du optisch erreichen willst – und wie deine Maschine mit dem Faden läuft.

Beispiel aus dem Video: Ein 40wt Trilobal-Poly zeigt Linien sichtbar, wirkt eher satin statt extrem glänzend. Ein gesponnener 50wt-Poly sieht matt und „cotton-like“ aus.

Fadengewicht lesen: Dick, dünn & dazwischen
- 40wt/50wt: Alltagshelden für Utility-Quilting und moderat individuelles Quilten. Robust, sichtbar, vielseitig.

- 60wt: Der „Blender“. Dünner, reflektiert weniger Licht (zweiadrige Filamente, rund), verschmilzt optisch auf mehrfarbigen Tops.

- 80wt/100wt: Noch subtiler. Ideal, wenn Linien optisch verschwinden sollen oder für heikle Zierfäden als Partner im Bobbin.
Lauren zeigt eine Pastell-Decke, komplett mit 60wt Weiß gequiltet – auf Grün, Peach und Lila wirkt das Garn jeweils wie ein zarter, mitlaufender Ton.

Profi-Tipp Wenn dein Pantograph sehr dicht ist (z. B. < 1" Abstand), sorgt ein dünneres Garn wie 60wt dafür, dass viele Stiche in kleinem Raum geschmeidig wirken und Haltbarkeit durch Stichdichte entsteht. mighty hoops
Jenseits des Glanzes: Polyester-Finishes klug wählen
Trilobal-Filamente reflektieren mehr Licht (dreieckige Geometrie), runde Filamente weniger. Das Finish (matt/satin) beeinflusst, wie stark Quiltlinien „leuchten“. Entscheide anhand deiner Designabsicht – und vergleiche Spulen nebeneinander.

Achtung Mehr Glanz bedeutet nicht automatisch „besser“. In Bereichen, wo Unebenheiten auffallen könnten, liefert ein matteres Finish oft das angenehmere Bild.
Nadel & Faden: Das perfekte Duo
APQS-Maschinen sind ab Werk auf eine Groz-Beckert 4.0 Nadel getimt – ideal für 40–50wt. Damit hast du ein sicheres Start-Setup.

Wenn es schreddert oder reißt, hilft oft eine halbe Größe rauf (4.5) – das größere Öhr reduziert Reibung. Bei dünneren Fäden (60/80/100wt) geht’s eine halbe Größe runter (3.5).

Achtung Sehr dünne Nadeln (z. B. 3.0) können eine Anpassung des Maschinentimings erfordern, falls du sie dauerhaft nutzen willst. Sonst drohen ausgelassene Stiche.
Kurzcheck
- Zu kleine Nadel: Schreddern/Bruch, zu viel Reibung.
- Zu große Nadel: Sichtbare Löcher in der Stoffoberfläche.
- Mit jeder Fadenklasse die Nadelgröße neu abwägen.
Profi-Tipp Beobachte nicht nur die Oberseite. Drehe die Arbeit um: Siehst du kleine „Punkte“ zwischen den Stichen? Eventuell ist die Nadel zu groß – oder die Spannung braucht Feinschliff. bernina magnetisch Stickrahmen
Bobbins & Spannung: Basis für saubere Stiche
Es gibt zwei komfortable Wege: selbst gespulte Aluminium-Bobbins oder vorgewickelte magnetische Bobbins. Für Aluminium nutzt du ein Bobbin-Gehäuse mit Feder. Für magnetische Prewounds empfiehlt der Hersteller: Gehäuse ohne Feder, damit sich der Faden nicht an der Feder verfängt.

Das Warum: Magnetbobbins haben keine Seitenwände wie eine Aluspule; die Feder kann den Faden sonst greifen. Viele nähen zwar mit Feder und haben keine Probleme – gehe mit der Lösung, die in deiner Praxis zuverlässig läuft.

Achte außerdem darauf, dass die Magnetwirkung als Anti-Backlash dient, damit die Bobbin nicht „überspinnt“.

Profi-Tipp Lege dir getrennte Bobbin-Cases an: z. B. eines für 40wt-Prewounds, eines für 60wt-Prewounds – plus getrennte für selbst gespulte Varianten. So bleibt die Basisspannung pro Set-up erhalten und du sparst Zeit.
Top/Bobbin: Gewichte mischen – ja, aber mit Plan
Es ist völlig okay, oben 40wt und unten 60wt zu kombinieren – oder umgekehrt. Dünnere Unterfäden verzeihen bei „heiklen“ Oberfäden (Monofilament, Metallic) mehr, reduzieren Brüche und helfen beim Balancieren der Spannung.
Achtung Konkrete Spannungseinstellungen variieren je nach Garn/Marke/Maschine. Die Grundregel: Bobbin zuerst einstellen, dann die Oberfadenspannung passend ziehen.
Profi-Tipp Monofilament (klar/smoky) harmoniert gerne mit 60wt im Bobbin: Der Unterfaden hat etwas „Give“, was Brüche oben reduziert. brother magnetisch Stickrahmen
Finicky Threads: Metallics & Co.
Metallics, Hologramm- oder Rayon-Effektgarne sind „Akzentfäden“ – nicht für Utility gedacht, aber für spektakuläre Highlights. Kombiniere sie mit dünneren Partnern (60/80/100wt) und halte die Nahtwege frei von unnötiger Reibung.
Aus den Kommentaren
- „Kann man Polyester mit Cotton mischen?“ – In den APQS-Kommentaren wurden Blogressourcen verlinkt; die Grundidee im Video: Gewichte/Typen lassen sich kombinieren, wichtig sind Tests und saubere Spannungsbalance.
- „Gibt es eine Übersicht/Chart?“ – APQS verwies auf zwei kompakte Blogartikel als Nachschlagehilfe.
- Humor am Set: Einige Zuschauer:innen lachten über ein Quiltstück im Hintergrund – Quilter-Auge eben!
Alles verbinden: Dein Fahrplan
- Plane deinen Look: Kontrast für „Statement-Linien“ oder Blending für „nur Textur“.
- Wähle den Typ: Poly kann matt bis satin sein; Cotton liefert natürliche Optik. Vergleiche nebeneinander.
- Bestimme das Gewicht: 40/50wt für Utility, 60wt als Blender, 80/100wt für ultrafeine Spuren.
- Paare klug: 4.0er Nadel als Basis für 40/50wt; für dicker/dünner halbe Größe rauf/runter.
- Baue auf Bobbins: Aluminium mit Feder; Magnet-Prewounds ohne Feder. Tension immer zuerst am Bobbin klären.
Profi-Tipp Glide 60wt gibt es laut Lauren in 22 Farben – oft reicht eine „gute Mitte“, die auf mehreren Stofftönen unauffällig mitläuft. Trotzdem: Immer an deinem Projekt testen. dime magnetisch Stickrahmen
Achtung Der Wechsel auf 3.0-Nadeln kann Timing-Arbeit erfordern. Wenn du nur sporadisch so dünn nähst: bleibe bei 3.5 und beobachte das Stichbild.
Kurzcheck – vor dem großen Quilt
- Machen Probestiche mit der finalen Faden/Nadel/Bobbin-Kombi.
- Überprüfe Ober-/Unterseite auf Gleichmaß, Nesting oder Punkte.
- Fahre Testkurven, Echos und Linien in typischen Geschwindigkeiten.
Ausblick Wenn du Quiltoberflächen mit zusätzlichen Techniken kombinierst (z. B. Applikationen oder gelegentlicher Maschinenstickerei auf dem Top), plane die Fadenoptik mit ein. Manche nutzen dort Zubehör aus der Stickwelt – etwa magnetische Rahmen – als Hilfstool beim Stabilisieren außerhalb der Longarm. Wähle, was deinem Workflow dient, aber teste die Materialführung gründlich. mighty hoop 5.5
Marken & Begriffe, die im Video erwähnt wurden
- Maschinen/Komponenten: APQS Longarm, Groz-Beckert-Nadeln
- Fäden/Finish: Polyester (Trilobal, gesponnen matt), Cotton; Gewichte 40wt, 50wt, 60wt, 80wt, 100wt
- Beispiele/Marken: Glide 40/60, Primo Soft (matt), Signature/So Fine (matt), Magnifico (stärkerer Glanz)
- Bobbins: selbst gespulte Aluminiumspulen, vorgewickelte magnetische Bobbins; passende Bobbin-Gehäuse (mit/ohne Feder)
Aus den Kommentaren – Community-Eindrücke
- Viele bedanken sich für die klare, gründliche Erklärung.
- Wunsch nach kompakten Spickzetteln: APQS verlinkte Blogressourcen.
- Eine Ortsfrage blieb offen – hier am besten die Kontaktwege der Marke nutzen.
Zum Schluss Konzentriere dich auf das, was du sehen willst: Linien oder Textur. Weise den Fäden Rollen zu – Utility vs. Akzent – und paare sie mit der richtigen Nadel. Mit geübtem Blick auf Bobbin-Setup und Spannung wirst du schnell zur „Fadenflüsterin“ deiner Longarm.
Hinweis am Rande Wer Quilts gelegentlich in der Maschine bestickt, kennt vielleicht Zubehör wie magnetisch Stickrahmen, markenspezifische Lösungen wie bernina magnetisch Stickrahmen oder brother magnetisch Stickrahmen, universelle Varianten wie mighty hoops oder Systeme à la snap hoop monster. Für die Longarm-Arbeit dienen diese eher als Inspiration für das Handling abseits der Schiene – immer vorsichtig testen, ob es deinem individuellen Workflow wirklich hilft. dime magnetisch Stickrahmen
