Konstruktions‑Spieldecke mit Maschinenstickerei: Zwei Einspannmethoden, Applikation & Block‑Zusammennähen

· EmbroideryHoop
Konstruktions‑Spieldecke mit Maschinenstickerei: Zwei Einspannmethoden, Applikation & Block‑Zusammennähen
Diese ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, wie du eine verspielte Konstruktions-Spieldecke als In-the-Hoop-Projekt stickst – von der Materialwahl über zwei bewährte Einspannmethoden (alle Lagen einspannen vs. Lagen „floaten“) bis zur Applikation und dem exakten Zusammennähen der Blöcke. Du erfährst, welches Vlies und welches Batting sinnvoll sind, wie du mit temporärem Sprühkleber arbeitest, sauber mit Kurvenscheren zurückschneidest und Blöcke präzise zu Reihen verbindest. Mit klaren Qualitätschecks, Sicherheits-Hinweisen und Checklisten kannst du die 72 Blöcke in 9 Reihen sicher planen und umsetzen – ganz ohne zusätzliches Nachschauen.

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Table of Contents
  1. Primer: Projektziel, Größen & wann welche Methode passt
  2. Vorbereitung: Materialien, Zuschnitt & Farbplanung
  3. Setup: Einspannen & Maschinenvorbereitung
  4. Ablauf Methode 1: Alle Lagen einspannen (GO-Block)
  5. Ablauf Methode 2: Lagen floaten (Block 1)
  6. Zusammensetzen der Blöcke zu Reihen
  7. Qualitätskontrolle: Flachheit, Kanten & Ausrichtung
  8. Ergebnis, Pflege & Weiterverwendung
  9. Troubleshooting & Fehlerbehebung
  10. Aus der Community

1 Primer: Projektziel, Größen & wann welche Methode passt

Die Spieldecke greift die Logik eines klassischen Leiterspiels auf: Pfeile führen vorwärts, Baustellenfahrzeuge geben dem Motiv eine klare Linie. Jedes Segment ist ein eigenständiger, im Stickrahmen erstellter Block. Du hast zwei Wege, diese Blöcke zu sticken: alle Lagen einspannen (Stabilisator, Batting, Oberstoff) oder die Lagen „floaten“ (nur Stabilisator einspannen, Batting und Oberstoff auflegen).

Different hoop sizes and finished 4x4 blocks.
The creator demonstrates the size versatility of the design, mentioning options for both 4x4 and 5x7 inch hoops, and shows finished blocks of the smaller size.

Größenoptionen und Blockanzahl:

  • 4×4-Blöcke ergeben eine Decke von ca. 900 × 1.000 mm (≈ 36 × 40 inch).
  • 5×7-Blöcke führen zu etwa 1,1 × 1,2 m (≈ 44 × 48 inch).
  • Insgesamt arbeitest du 9 Reihen à 8 Blöcke = 72 Blöcke.

Wann welche Methode?

  • Alle Lagen einspannen: schnell, stabil, leicht zu handhaben; Batting liegt in der Nahtzugabe.
  • Floaten: vermeidet Batting in der Nahtzugabe und reduziert Naht-Bulk – ideal für besonders flache Reihenübergänge.

Achtung: Die genaue Maschinenmarke wird im Ursprung nicht genannt; richte dich nach deinem Modellhandbuch und verwende Einstellungen, die du kennst. Wenn du einen Magnetrahmen für Stickmaschine verwendest, kann das Einspannen bei griffigen Baumwollgeweben spürbar komfortabler werden.

2 Vorbereitung: Materialien, Zuschnitt & Farbplanung

Für die Vorderseite empfiehlt sich 100% Baumwolle, z. B. Percale oder Quilters Cotton – griffig, formstabil und pflegeleicht. Dehnbare Stoffe wie Scuba sind zwar technisch möglich, neigen aber über Zeit zum Kräuseln; für eine Spieldecke, die häufig am Boden genutzt wird, ist Baumwolle die sichere Wahl.

Plain white percale linen for quilt front.
The first material shown is a piece of white percale linen, recommended as the front fabric for the quilt blocks, emphasizing its 100% cotton composition.

Batting: Greife zu dünnem Polyester-Batting, um Volumen zu geben, ohne die Decke klobig zu machen. Dickes Batting erschwert das saubere Zusammennähen und kann das Spielerlebnis beeinträchtigen.

Thin polyester batting for quilt blocks.
The creator holds up thin, low-loft polyester batting, recommending its use to provide slight body to the quilt without making it too bulky for play.

Farben planen: Kontrast hilft beim Spielen. Das Beispiel nutzt z. B. Grün für „GO“, Rot für „STOP“, Gelb/Weiß für Sashing-Elemente und Schwarz für die Rückseite. Lege deine Palette vorab fest, damit du Fäden und Stoffe effizient vorbereitest.

Zuschnitt: Schneide die Oberstoffe und das Batting großzügig auf blocktaugliche Stücke zu. Achte darauf, dass jedes Stück die spätere Stickfläche plus Nahtzugaben sicher abdeckt. Temporärer Sprühkleber (z. B. 505) erleichtert das Handling.

Sicherheits-Hinweise:

  • Beim Zurückschneiden nahe der Heftnaht niemals die Vorderseite verletzen.
  • Stecknadeln stets außerhalb der erwarteten Stichwege platzieren.

Wenn du bereits mit einer hoop master Einspannstation gearbeitet hast, profitierst du beim Serienzuschnitt und gleichmäßigen Positionieren – besonders bei 72 Blöcken.

Kurzcheck

  • Stoffe vorgewaschen/gebügelt?
  • Batting: dünn, gleichmäßig?
  • Sprühkleber verfügbar?
  • Farben „GO/STOP/Sashing/Back“ festgelegt?
  • Zuschnitt für die ersten 8 Blöcke bereit?

3 Setup: Einspannen & Maschinenvorbereitung

Richte deinen Arbeitsplatz so ein, dass Einspannen, Kleben und Zuschneiden flüssig erfolgen. Ein glatter, sauberer Tisch schützt Stoffe vor Partikeln und Kleberesten.

Hooping cutaway stabilizer, batting, and fabric.
The initial hooping process is shown, carefully layering cutaway stabilizer, a slightly smaller piece of batting, and the main fabric within the embroidery hoop.

Einspannen – Variante 1 (alle Lagen):

  • Zuerst Cut-Away-Stabilisator in den Rahmen. Darauf ein etwas kleineres Stück Batting, darüber der Oberstoff. Fixiere die Lagen mit temporärem Sprühkleber, damit nichts verrutscht.
  • Der Stoff sollte straff, aber nicht verzogen liegen. So vermeidest du spätere Verzerrungen und Wellenbildung.

Maschinenvorbereitung: - Projektrahmen und Datei laden, erste Umriss-Stiche sind meist ein Rechteck, das den Blockbereich markiert.

Embroidery machine stitching outline on hooped fabric.
The embroidery machine stitches the first rectangular outline onto the hooped fabric and batting, marking the design area.

- Danach folgt bei vielen Dateien die Hintergrund-Quiltstruktur.

Embroidery machine stitching background quilting.
The machine continues stitching, creating a repeating pattern for the background quilting, providing texture to the quilt block.

Profi-Tipp Wer häufig mit wechselnden Materialien arbeitet, spart Zeit mit einem Magnetrahmen für brother oder einem dime Snap Hoop Magnetrahmen, da das Wiederöffnen und Nachspannen besonders materialschonend und schnell gelingt.

Checkliste Setup

  • Stabilisator sauber eingespannt?
  • Stoff glatt, keine Falten?
  • Teststich auf Reststück geprüft?
  • Sprühkleber sparsam, aber flächig aufgetragen?
  • Kurvenschere bereitgelegt?

4 Ablauf Methode 1: Alle Lagen einspannen (GO-Block)

Diese Methode eignet sich hervorragend, wenn du ein robustes Handling bevorzugst und es dich nicht stört, Batting in der Nahtzugabe zu haben.

4.1 Rechteck-Umriss, Hintergrund & Applikationsvorbereitung

Starte mit den ersten zwei Rechteck-Umrissen, die den Block sauber definieren, gefolgt vom Hintergrund-Quiltmuster. Halte den Stoff straff und beobachte, ob sich Lagen verschieben.

Für die GO-Applikation stickt die Datei zuerst die Hexagon-Outline. Sprühe dein grünes Applikationsstück dünn mit temporärem Kleber ein und positioniere es exakt auf der Outline. Heftstich ausführen.

Placing green applique fabric for the 'GO' sign.
After the hexagon outline is stitched, a piece of green fabric is sprayed with 505 temporary adhesive and placed precisely over the stitched outline for the 'GO' applique.

Achtung Schneide Applikationsreste immer mit einer Kurvenschere knapp an der Heftnaht zurück – nicht in die Stiche schneiden!

Trimming excess applique fabric with Fraliz scissors.
Using Fraliz curved-handle scissors, the creator meticulously trims the excess green applique fabric close to the tack-down stitch, ensuring clean edges.

4.2 Satinumrandung, Schrift und Finishing

Nach dem Zurückschneiden folgt die Satinumrandung für saubere Kanten. Danach wird der Schriftzug „GO“ gestickt und zum Schluss der weiße Außenrahmen um das Hexagon.

Embroidery machine stitching 'GO' text and final border.
The embroidery machine stitches the 'GO' text onto the green applique and then adds the final white border around the hexagon, completing the design.

Entnahme & Zuschnitt: Nimm den Block aus dem Rahmen, bügle ihn kurz, dann schneide Stabilisator und Batting in der Nahtzugabe einheitlich zurück. Zuletzt begradigst du den Stoff auf die gewünschte Nahtzugabe – sauber, rechtwinklig und ohne Ausfransen.

Completed 'GO' block removed from hoop with trimming in progress.
The finished 'GO' block is shown after being removed from the hoop. The creator begins trimming excess stabilizer and batting from around the block's edges.
Completed 'GO' block removed from hoop with trimming in progress.
This is a pivotal moment, showing the block after embroidery but before final trimming, highlighting the raw edges and the task of neatening.

Erwartetes Zwischenergebnis

  • Block ist plan, ohne Wellen.
  • Applikationskanten sind geschlossen, die Satinnaht dicht.
  • Die Ecken deines Blockrahmens sind klar definiert.

Wenn du häufig Serien nähst, kann ein mighty hoop Magnetrahmen 8x9 die Wiederholbarkeit beim Einspannen erhöhen – wichtig für gleichmäßige Blöcke über eine ganze Reihe.

Checkliste Methode 1

  • Decke der Applikation vollständig über der Outline?
  • Heftnaht sauber, Rückschnitt ohne Stichverletzung?
  • Satinnaht dicht, keine Lücken?
  • Nahtzugaben gleichmäßig zurückgeschnitten?

5 Ablauf Methode 2: Lagen floaten (Block 1)

Beim Floaten spannst du ausschließlich den Cut-Away-Stabilisator ein. Das reduziert Bulk in den Nahtzugaben und führt zu noch flacheren Reihenübergängen – ideal, wenn du besonders akkurates Zusammennähen bevorzugst.

5.1 Stabilisator einspannen & Umriss sticken

Spanne nur den Stabilisator ein und sticke den ersten rechteckigen Umriss direkt darauf – das definiert die spätere Blockfläche.

Embroidery machine stitching outline on hooped stabilizer only.
For the floating method, only cutaway stabilizer is hooped. The embroidery machine stitches the first rectangular outline directly onto the stabilizer.

Lege nun ein passendes Stück Batting auf den Umriss, fixiert mit Sprühkleber. Sticke den nächsten Umriss als Heftnaht für das Batting und schneide überstehendes Batting außerhalb dieser Naht weg.

Floating batting over stitched outline and spraying with 505 adhesive.
A piece of batting is floated over the stitched outline on the stabilizer, lightly sprayed with 505 temporary adhesive to hold it in place before the tack-down stitch.

Kurzcheck

  • Liegt das Batting vollständig innerhalb der Heftnaht?
  • Sind keine Kleber-Nester oder Falten entstanden?

5.2 Oberstoff auflegen & Design fertigstellen

Lege den Oberstoff glatt über Batting und Stabilisator (wieder mit dünnem Sprühkleber). Jetzt folgen Hintergrundstruktur, Motivflächen und Zahl – im Beispiel der Block mit Kieshaufen und „1“. Entnehme den Block, bügle und schneide die Nahtzugabe am Stoff zu.

Completed Block 1 (gravel and number) removed from hoop.
Block 1, featuring a gravel pile and the number '1', is shown after completion using the floating method. The creator removes it from the hoop.

Profi-Tipp Wer häufig zwischen Rahmen wechselt, profitiert bei Serienarbeiten von einem Klemmrahmen oder einem passgenauen Zubehörsatz – dadurch bleibt der Stabilisator plan, während du Batting und Stoff präzise auflegst.

Checkliste Methode 2

  • Batting nur innerhalb der Heftnaht?
  • Oberstoff faltenfrei?
  • Schnittkante sauber und rechtwinklig?

6 Zusammensetzen der Blöcke zu Reihen

Lege zwei fertige Blöcke rechts auf rechts exakt aneinander. Stichworte, Pfeile oder Zahlen anstoßender Kanten müssen auf Linie sein.

Aligning and pinning two blocks for joining.
Two completed blocks are placed right sides together. The creator uses pins, pushing them through the exact corners to ensure precise alignment before stitching.

Präzisions-Ausrichtung mit Stecknadeln:

  • Stecke durch die exakten Eckpunkte beider Blöcke, sodass die Nadeln durch Ober- und Unterblock exakt wieder austreten.
  • Sichere zusätzlich die unteren Ecken. Achte auf 90°-Winkel an den Blockkanten.
  • Schiebe Nadeln nur entlang der späteren Nahtlinie nach oben oder unten – niemals seitlich, sonst verschiebst du den Verbund.

Nähen:

  • Eine gerade Naht knapp innerhalb der äußersten Block-Stichlinie schließen. So bleibt der Außenrahmen optisch sauber.

Achtung Falsch platzierte Nadeln können den Stoff schieben. „Wackle“ die Blöcke minimal, bis die Kanten bündig liegen. Erst dann nähen.

Assembled strip of quilt blocks.
A longer strip of quilt blocks is shown, illustrating how multiple individual blocks are joined together to form a continuous row of the quilt.

Kurzcheck

  • Treffen die Designs an der Naht exakt aufeinander?
  • Sind die Ecken rechtwinklig und flach?

7 Qualitätskontrolle: Flachheit, Kanten & Ausrichtung

Visuelle Kontrolle:

  • Flache Blöcke ohne Wellen oder Falten.
  • Saubere Applikationskanten ohne Ausfransungen.
  • Gleichmäßige Nahtzugaben – erleichtert das spätere Zusammennähen ganzer Reihen.

Haptik:

  • Die Decke soll flexibel und für den Boden robust sein; dickes Batting fühlt sich klobig an – hier bewusst vermeiden.

Geometrie:

  • Prüfe mit einem rechten Winkel oder Quilter-Lineal die Blockecken. Abweichungen früh korrigieren, bevor du Reihen schließt.

Ein Magnetrahmen kann beim initialen Einspannen helfen, Verzerrungen zu minimieren und damit die spätere Geometrie konsistenter zu halten – vor allem bei Serienproduktion.

8 Ergebnis, Pflege & Weiterverwendung

Nach dem ersten Durchlauf solltest du eine fertige Reihe aus exakt zusammengefügten Blöcken haben – plus weitere Einzelblöcke, die bereit für die nächste Reihe sind. Variiere Motive und Farben, sodass das Kind beim Spielen klare Signale („GO“, Pfeile, Zahlen) erhält.

Pflegehinweise (allgemein):

  • Schonende Maschinenwäsche, sofern Material/Faden es erlauben.
  • Flach trocknen und bei Bedarf vorsichtig bügeln.

Wenn du mit Markenrahmen arbeitest, etwa einem Snap Hoop Magnetrahmen für bernina, behalte stets die Herstellerhinweise für Pflege und Handhabung im Blick – insbesondere bei magnetbehafteten Komponenten.

9 Troubleshooting & Fehlerbehebung

Symptom: Wellenbildung im Block

  • Mögliche Ursachen: Stoff beim Einspannen gedehnt; zu viel Zug; ungleichmäßig gesprühter Kleber.
  • Lösungen: Stoff locker und plan einspannen; Kleber gleichmäßig und sparsam verwenden; ggf. leichtes Nachbügeln nach dem Sticken.

Symptom: Applikationskante franst

  • Mögliche Ursachen: Zu großer Abstand beim Rückschnitt; stumpfe Schere.
  • Lösungen: Mit Kurvenschere dichter an der Heftnaht schneiden; Klinge prüfen/wechseln; Satinumrandung langsam sticken, um Stichdichte auszunutzen.

Symptom: Batting in der Nahtzugabe zu voluminös

  • Mögliche Ursachen: Methode 1 verwendet; Batting zu dick.
  • Lösungen: Auf Methode 2 (Floaten) wechseln; dünneres Batting nutzen; Nahtzugaben konsequent ausdünnen.

Symptom: Blöcke treffen an der Naht nicht exakt

  • Mögliche Ursachen: Ungleichmäßige Zuschnitte; Nadeln seitlich geschoben; ungenaue Nahtführung.
  • Lösungen: Zuschnitt nach Lineal; Nadeln nur entlang der Nahtlinie führen; Stich knapp innerhalb der äußersten Block-Stichlinie setzen; bei Bedarf Naht trennen und neu ausrichten.

Symptom: Material verrutscht beim Sticken

  • Mögliche Ursachen: Zu wenig Kleber; Rahmen nicht fest; falsche Einspanntechnik.
  • Lösungen: Kleber sparsam, aber vollflächig; Rahmen prüfen; ggf. auf einen Stickrahmen für janome oder kompatible Magnet-/Klemmvarianten ausweichen, die zu deinem System passen.

10 Aus der Community

In den vorliegenden Quellen liegen keine zusätzlichen Community-Fragen vor. Allgemein lohnt es sich, herauszufinden, welche Rahmen-Variante an deiner Maschine die beste Wiederholgenauigkeit liefert – vom klassischen Schraubrahmen über mighty hoops Magnetrahmen bis zu Systemen wie hoopmaster. Dokumentiere deine Einstellungen pro Stoffart, damit 72 Blöcke konsistent werden.