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1 Primer: Was wird hier eingestellt – und wann ist es relevant?
Die EM-1010 zeigt auf dem Touchscreen nummerierte Felder mit Farben an. Diese Displayfarben sind nicht veränderbar und dienen ausschließlich als visuelle Platzhalter. Maßgeblich ist die Abfolge der Farb-Stopps (Color Stops) im Design. Für jedes Stoppsignal bestimmst du, welche Spulennummer – also welches physische Garn auf deinem Maschinenständer – verwendet werden soll.

Wenn du mehrteilige Logos stickst, mehrere Probestickereien hintereinander planst oder eine Stichprobe für eine Kundin anfertigst, ist die saubere Zuordnung vor dem Start Gold wert. So vermeidest du Farbverwechslungen, Nacharbeiten und Garnwechsel mitten im Motiv – und du kannst genaue Wiederholungen dokumentieren, etwa wenn mehrere Varianten getestet werden.
Ein gut dokumentierter Ablauf hilft dir auch beim Einspannen für Stickmaschine, weil du dadurch weniger mit der Garnfolge jonglieren musst und dich auf die Platzierung konzentrieren kannst.
2 Vorbereitung
2.1 Unterlagen & Dateien
Du brauchst ein Run Sheet (Farbplan) zu deinem digitalisierten Design. Es listet die Reihenfolge der Farb-Stopps auf – in unserem Beispiel: Weiß, Gelb, Weiß, Weiß, Gelb, Braun, Hellbraun, Schwarz. Das Run Sheet kann direkt aus deiner Sticksoftware gedruckt werden (dies wird auch in den Kommentaren bestätigt).

Zusätzlich benötigst du das digitalisierte Design (bereits auf die Maschine übertragen) sowie die physisch aufgefädelten Garne auf dem Spulenständer der EM-1010.
2.2 Workspace & Sichtkontrolle
Richte deinen Arbeitsplatz so ein, dass du sowohl das Run Sheet als auch den Maschinenbildschirm gut sehen kannst. Prüfe am Garnständer: Welche Farbe steckt auf welcher Spulennummer? Notiere dir bei Bedarf eine kleine Legende (z. B. Weiß = #5, Gelb = #9, Braun = #10, Hellbraun = #8, Schwarz = #6), damit du später beim Eingeben nicht ins Stocken gerätst.

Ein strukturierter Arbeitsplatz spart dir auch Zeit, wenn du mit Zubehör arbeitest, zum Beispiel einem Magnetrahmen für Stickmaschine, weil das präzise Einlegen und Ausrichten ohne erneute Farbkontrolle auskommt.
2.3 Checkliste Vorbereitung
- Run Sheet liegt bereit und ist klar lesbar.
- Design ist auf der Maschine geladen (USB wurde bereits verwendet).
- Spulenständer: Jede Farbe ist einer Nummer zugeordnet (Legende vorhanden).
- Genügend Garn jeder Farbe vorhanden.
- Optional: Foto vom Garnständer + Legende für spätere Projekte.
3 Setup an der EM-1010
3.1 Zum Farbzuweisungs-Bildschirm navigieren
Öffne am Touchscreen der Ricoma den Bereich, in dem du die Farb-Stopps zuweisen kannst. Du siehst eine Art Raster/Sequenz und numerische Eingabeoptionen.

Der Bildschirm zeigt unten farbige, nummerierte Buttons. Diese Farben sind fix. Du kannst die Farbe auf „Taste 1“ nicht umstellen – und das ist auch nicht nötig, denn die Maschine kennt deine echten Garnfarben nicht. Sie braucht nur die richtige Spulennummer pro Stopp.

3.2 Fixe Displayfarben richtig interpretieren
Merke: Die angezeigten Farben sind nicht die Wahrheit deiner Garnständer. Sie sind Platzhalter. Entscheidend ist, dass du bei jedem Farb-Stopp das Feld mit der Nummer antippst, die der tatsächlichen Garnspule entspricht (z. B. #5 für Weiß).

Diese Unterscheidung ist elementar – sie verhindert, dass du Displayfarben mit realen Garnen verwechselst. Wer häufiger mit unterschiedlichen Rahmensystemen arbeitet, etwa einem mighty hoop Magnetrahmen, profitiert von dieser Denkweise besonders: Erst die Farbsequenz logisch korrekt einrichten, dann den Sticklauf starten.
3.3 Kurzcheck Setup
- Farbzuweisungs-Raster am Screen ist geöffnet.
- Du kennst die reale Zuordnung „Farbe → Spulennummer“.
- Du verwechselst nicht Displayfarbe mit echter Garnfarbe.
4 Ablauf: Farben korrekt zuweisen
4.1 Farbfolge vom Run Sheet übernehmen
Blicke auf dein Run Sheet und lies die Reihenfolge laut mit. In unserem Beispiel: Weiß, Gelb, Weiß, Weiß, Gelb, Braun, Hellbraun, Schwarz. So behältst du den Rhythmus.

Profi-Tipp: Wenn du Probestickereien mit wechselnden Farbkombinationen machst, notiere am Run Sheet die verwendeten Spulennummern direkt neben dem Farbtext – so kannst du später identisch rekonstruieren.
4.2 Spulennummern Schritt für Schritt eingeben
- Erster Stopp: Tippe die Nummer der weißen Spule an, z. B. „5“.

- Zweiter Stopp: Gelb liegt z. B. auf „9“.

- Dritter Stopp: Wieder Weiß → „5“.
- Vierter Stopp: Noch einmal Weiß → „5“.
- Fünfter Stopp: Gelb → „9“.
- Sechster Stopp: Braun → „10“.

- Siebter Stopp: Hellbraun → „8“.
- Achter Stopp: Schwarz → „6“.
Zwischendurch kannst du am Garnständer hochschauen, um die Spulenlage zu bestätigen. Ein Überkopf-Blick hilft, die Positionen sicher zu erkennen.

Achtung: Vertausche nie „Designfarbe“ mit „Displayfarbe“. Du ordnest ausschließlich die physische Spulennummer zu, die deiner Wunschfarbe entspricht.

Wenn alles eingetragen ist, sollte der Bildschirm die komplette Sequenz zeigen – prüfe visuell, ob die Abfolge der Spulennummern mit deinem Run Sheet übereinstimmt.

Wer häufig wiederkehrende Motive stickt (z. B. Teamlogos), spart mit einer stabilen Einspannlösung nochmals Zeit. Ein präziser Rahmenwechsel – beispielsweise in Kombination mit einer hoop master Einspannstation – reduziert Fehler beim Wiederholen von Projekten.
4.3 Erwartetes Zwischenergebnis
- Die Abfolge aller Farb-Stopps ist vollständig mit Spulennummern hinterlegt.
- Deine Notiz/Fotodokumentation stimmt 1:1 mit dem Screen.
- Du fühlst dich sicher, „Stopp für Stopp“ nachvollziehen zu können.
4.4 Checkliste Ablauf
- Nach jedem Tippen kurz aufs Run Sheet schauen.
- Kein Stopp ausgelassen? Keine doppelte Eingabe?
- Letzter Blick über die ganze Sequenz – erst dann speichern/weiter.
5 Qualitätskontrolle vor dem Start
5.1 Visuelle Endkontrolle
Gehe die Sequenz laut durch: „Weiß fünf – Gelb neun – Weiß fünf – Weiß fünf – Gelb neun – Braun zehn – Hellbraun acht – Schwarz sechs.“ Klingt es wie auf dem Run Sheet? Wenn ja, ist die logische Hürde genommen.
Ein Foto vom Screen zusammen mit dem Run Sheet ist hilfreich, wenn du später nachverfolgen willst, warum eine Probe gelungen oder misslungen ist.
5.2 Typische Warnzeichen
- Du erkennst am Screen eine Zahl, die es auf deiner Legende nicht gibt.
- Du hast dieselbe Spulennummer zu oft hintereinander gewählt, obwohl das Run Sheet einen Wechsel anzeigt.
- Du bist unsicher, welche Spule welcher Farbe entspricht – hier lieber stoppen und kontrollieren.
Wenn du häufig am Ärmel, Hosenbein oder auf runden Teilen arbeitest, planst du den Sticklauf am besten so, dass möglichst wenige Farbwechsel während kritischer Passagen stattfinden. Gerade beim Arbeiten mit einem Zylinderrahmen für Ärmel zahlt sich eine saubere Farbreihenfolge aus.
5.3 Kurzcheck QC
- Screen-Sequenz = Run Sheet?
- Legende/Foto vorhanden?
- Genug Garn? Kein Knoten an Fadenwegen?
6 Ergebnis & Weiterverwendung
Nach dem korrekten Mapping der Farb-Stopps auf deine Spulennummern ist die EM-1010 bereit für den Sticklauf. Das Ergebnis deiner Probe sollte farblich exakt dem Run Sheet entsprechen – im Video wurde die erste Farbauswahl verworfen und eine neue, passende Folge programmiert. Diese Flexibilität ist ein Vorteil: Du kannst Farbstimmungen schnell anpassen und direkt erneut testen.
Wenn du mehrere Kundenmotive nacheinander arbeitest, dokumentiere jede Sequenz separat. So kannst du später ohne erneutes Raten auf denselben Look zurückgreifen. Auch bei seriellem Arbeiten – etwa mit einem mighty hoops Magnetrahmen für ricoma – beschleunigt die Routine die Übergabe an den nächsten Auftrag.
7 Troubleshooting & Fehlerbehebung
7.1 Symptom: „Die Displayfarben passen nicht zu meinen Garnen.“
- Ursache: Displayfarben sind fix und nicht editierbar (laut Video). Sie repräsentieren nicht deine echten Garne.
- Lösung: Ignoriere die Displayfarbe. Ordne die Nummern deiner physischen Spulen gemäß Run Sheet zu.
Achtung: In den Kommentaren behauptet jemand, die Displayfarben ließen sich ändern. Dazu gibt es im Video keine Bestätigung. Halte dich an die klare Methode aus dem Tutorial: Nur Spulennummern zuweisen, Displayfarben ignorieren.
7.2 Symptom: „Ich habe den falschen Spulenplatz zugewiesen.“
- Ursache: Verwechslung beim Ablesen der Legende oder unklare Notiz.
- Lösung: Run Sheet neben den Screen legen, Zuordnung korrigieren. Danach vollständige Reihenfolge erneut laut prüfen.
7.3 Symptom: „Woher bekomme ich ein Run Sheet?“
- Ursache: Unklarheit über die Quelle.
- Lösung: Laut Kommentar der Creatorin kannst du das Run Sheet aus deiner Sticksoftware drucken.
7.4 Symptom: „Mein Motiv hat mehr als 10 Farben – was dann?“
- Hinweis: Im Video wird dieser Fall nicht behandelt. Viele Designs lassen sich farblich konsolidieren (z. B. ähnliche Schattierungen zusammenlegen), oder du arbeitest in Etappen mit Zwischenstopps. Konkrete Menüschritte für >10 Farben sind in der Quelle nicht beschrieben.
Wenn du im Workflow zusätzliche Hilfen brauchst, können gut planbare Einspannvorgänge, etwa mit einem Stickrahmen für ricoma, den Fokus von Farbwechseln auf Positioniergenauigkeit verlagern.
7.5 Symptom: „Mein Design ist zu groß für den gewählten Rahmen.“
- Ursache: Rahmen passt nicht zur Designgröße.
- Lösung: Laut Kommentar der Creatorin das Design nicht einfach im Softwaremaß „zusammenschieben“, weil die Stiche sonst ungleichmäßig und problematisch werden. Wähle stattdessen ein Design, das speziell für deinen Rahmen erstellt ist, oder wähle einen passenden Rahmen aus.
Profi-Tipp: Wer oft unterschiedliche Rahmen nutzt – vom Standardrahmen bis zum mighty hoops für ricoma em 1010 – sollte die Designgrößen in der Software klar benennen (z. B. Dateiname mit Größenangabe) und die Rahmenprofile sauber verwalten.
7.6 Symptom: „Ich vergesse, welche Spulennummer welche Farbe hat.“
- Ursache: Nicht dokumentierte Garnbelegung am Ständer.
- Lösung: Kleine Legende schreiben oder die Spulen mit Mini-Labels markieren. Alternativ: Schnelles Foto mit dem Smartphone.
Wenn du in Serien arbeitest oder wiederholt die gleiche Garnbelegung nutzt, kann auch eine hoop master Einspannstation helfen, weil du Produktionsschritte (Einlegen – Ausrichten – Start) standardisieren kannst und die Farbzuordnung „nebenher“ mitläuft.
8 Aus den Kommentaren
- Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger betonen, wie hilfreich die klare Unterscheidung zwischen Displayfarben und echten Garnfarben ist – diese Einsicht nimmt viel Unsicherheit.
- Zur Frage „Run Sheet – woher?“ bestätigt die Creatorin: Aus der eigenen Sticksoftware drucken.
- Zum Thema „Design zu groß“: Nicht einfach skalieren – ein passendes, für den Rahmen freigegebenes Design verwenden.
- Zur Behauptung „Displayfarben änderbar“ gibt es in der Quelle keine Bestätigung; das Video zeigt die Methode, die ohne Änderung der Displayfarben auskommt und zuverlässig funktioniert.
Wer seine Arbeitsschritte wiederkehrend standardisiert – etwa beim Wechsel zwischen Standardrahmen, mighty hoop Magnetrahmen oder auch beim Arbeiten mit einem Stickrahmen für ricoma – erlebt, dass die saubere Farbreihenfolge am Screen eine der verlässlichsten Stellschrauben für reproduzierbare Qualität ist.
Achtung: Falls du viele ähnliche Projekte hintereinander stickst, dokumentiere die Zuordnung „Farb-Stopp → Spulennummer“ auf dem Run Sheet. So verhinderst du, dass kleine Änderungen (z. B. ein neues Gelb auf #9) später zu unerwarteten Farbergebnissen führen.
Abschließend noch ein Praxisgedanke: Ein eingespielter Wechsel zwischen Farbzuweisung und Einlegen des Stoffes macht dich schneller. Ob mit Standardrahmen oder mit Hilfsmitteln aus der Praxis wie mighty hoops Magnetrahmen für ricoma – die Konstanz deiner Farbreihenfolge bleibt der Schlüssel. Wer viel Serie stickt, profitiert von stabilen Handgriffen noch mehr, insbesondere wenn zusätzlich ein Magnetrahmen für Stickmaschine oder ein Systemwechsel geplant ist.
