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Der Hatch-Interface-Überlebensguide: Vom „Cockpit-Scannen“ zur kontrollierten Stickdatei
Du schaust auf den digitalen Arbeitsbereich von Hatch. Du willst sofort losdigitalisieren – völlig normal. Und wenn sich der Bildschirm wie ein Flugzeugcockpit voller Buttons anfühlt, die man lieber nicht anfasst, ist das ebenfalls normal.
Ich habe über Jahre immer wieder gesehen, wie neue Anwender Stunden verlieren, weil sie fast wussten, wo sie klicken müssen. Dann wird eine globale Einstellung verändert, obwohl eigentlich eine Objekteigenschaft gemeint war – und später kann niemand erklären, warum die Maschine plötzlich „rattert“ und das Stickbild wie ein Vogelnest endet.
Dieser Beitrag baut das einfache Versprechen aus dem Video – Hatch ist „so einfach wie 1-2-3“ – zu einem Workflow aus, den du jedes Mal reproduzierbar anwenden kannst. Und ja: Ich gehe an einigen Stellen praxisnäher als das Video, damit deine Entscheidungen am Bildschirm auch dann noch funktionieren, wenn Fadenspannung, Materialdehnung und Schwerkraft ins Spiel kommen.
Software ist sauber. Produktion ist selten sauber. Schließen wir die Lücke.

„Nicht in Panik geraten“: Was das Interface wirklich ist (und warum es zählt)
Im Video wird das Interface als der Bildschirm beschrieben, den du beim Start von Hatch siehst – der Ort, an dem alle Icons, Buttons und Einstellungen „wohnen“. Klingt banal, bis du unter Zeitdruck ein Logo fertigstellen musst und plötzlich die Dichte suchst, als hätte sie sich absichtlich versteckt.
Nimm dir vor dem ersten Eingriff in Stichparameter diesen Grundsatz mit: Erst das Interface verstehen – dann ins tiefe Wasser springen.
Wenn du das überspringst, kannst du trotzdem „irgendwas“ erstellen. Aber sobald die Maschine beim Probestick ein rhythmisches thump-thump produziert, brauchst du eine klare Ursache-Wirkung-Kette. Wer das Interface versteht, kann systematisch prüfen und korrigieren. Wer es nicht versteht, rät.

Die „unsichtbare“ Vorbereitung, die Profis zuerst machen: So überraschen dich Hatch-Änderungen nicht
Das Video startet mit einer leeren Arbeitsfläche und zeigt dann die Aufteilung des Interfaces. Bevor du Tools jagst, mach eine kurze „Pre-Flight“-Routine. Damit fängst du Fehler ab, bevor sie teuer werden.
1. Formuliere dein Ziel in einem Satz
Willst du Designs verwalten, eine bestehende Datei anpassen, Schrift/Monogramm erstellen oder aus Artwork digitalisieren? Hatch ist stark auf Aufgabenwahl aufgebaut. Ohne Ziel kein sauberer Weg.
2. Bestimme die „Ziel-Ebene“ deiner Änderung
Bearbeitest du Objekte (konkretes Stichverhalten eines Elements) oder machst du globale Transformationen (z. B. das gesamte Design drehen/skalierten)? In Hatch liegen objektbezogene Änderungen typischerweise rechts (Object Properties), globale Anpassungen oben (Toolbars). Das zu verwechseln ist einer der größten Zeitfresser.
3. „Verbrauchsmaterialien“ mitdenken – auch wenn’s Software ist
Digitalisieren ist am Ende nur die Anleitung für reale Materialien. Prüfe vorab, ob du für den Job vorbereitet bist:
- Temporärer Sprühkleber (z. B. KK100): hilfreich bei Applikationen.
- Wasserlösliche Markierstifte: für Mittelpunkte/Referenzen.
- Passende Nadeln: z. B. 75/11 Jersey/Ballpoint für Maschenware oder 90/14 Sharp für Canvas. (Die Praxis zeigt: Material + Nadel beeinflussen, wie „aggressiv“ eine Dichte wirkt.)
4. Den späteren Stickprozess mitdenken
Auch wenn es hier ums Interface geht: Deine Design-Entscheidungen treffen später auf Stoff. Bei kritischen Artikeln (dehnbares Shirt, dünnes Jersey, Tasche) sollten Änderungen konservativ bleiben.
Produktions-Realität: Für reproduzierbare Ergebnisse brauchst du reproduzierbares Einspannen + reproduzierbare Stabilisierung. Genau hier kann eine Einspannstation für Stickmaschinen im Alltag Zeit und Ausschuss sparen – denn der beste Software-Workflow scheitert, wenn der Artikel jedes Mal schief im Stickrahmen sitzt.
Pre-Flight-Checkliste:
- Material/Setup: Nadeltyp und Stickvlies (Cutaway vs. Tearaway) passen zum Stoff.
- Ziel: Ich kann meine Aufgabe benennen: Verwalten, Anpassen, Lettering, Artwork oder Objekte bearbeiten.
- Ebene: Ich weiß, ob ich Stichdaten (rechts) oder Ansicht/Größe (oben) ändere.
- Physik: Bei dehnbaren Stoffen plane ich später Pull Compensation in den Object Properties ein.

Der 1-2-3-Hatch-Workflow gegen „Wo war diese Einstellung nochmal?“
Die Kernaussage des Videos ist eine einfache Karte. Präge dir diese „Geografie von Hatch“ ein:
- Links = Toolboxes (das „Was“) – Aufgabe wählen.
- Mitte = Design Screen (das „Wo“) – Design sehen/selektieren.
- Rechts = Object Properties (das „Wie“) – Stichverhalten steuern.
- Oben = Toolbars (das „Feintuning“) – Zoom/Ansicht und globale Transformationen.
Das ist nicht nur Layout – das ist Disziplin.
Merksatz: Links wählt. Mitte zeigt. Rechts kontrolliert. Oben poliert.

Starte links: Toolboxes richtig nutzen, um die Aufgabe zu wählen
Im Video werden links die Toolboxes hervorgehoben. Dort findest du u. a.:
- Manage Designs
- Customize Design
- Lettering / Monogramming
- Artwork
- Auto-Digitize
- Edit Objects
Praxis-Tipp aus der Werkstatt
Starte nicht in der Mitte, nur weil die Arbeitsfläche „einlädt“. Wenn du „Auto-Digitize“ anklickst, ohne zu wissen, was du erwartest, ist das Glücksspiel.
Die Auto-Digitize-Falle: Auto-Digitize erkennt Formen – aber nicht automatisch eine sinnvolle Stickstruktur. Das kann zu extrem vielen Stichen in einer Lage führen (auf einem T-Shirt wirkt das dann wie eine „schusssichere Weste“).
- Regel: Auto-Digitize höchstens als Ausgangspunkt nutzen und danach konsequent rechts in die Object Properties gehen, um Stichart/Parameter zu prüfen.
Toolbox-Disziplin ist Skalierungsfähigkeit: der Unterschied zwischen „ein Design irgendwie hinbekommen“ und „zehn Designs bewusst reproduzierbar erstellen“.

Design Screen (Mitte): Wo Hatch dir die Wahrheit zeigt – und dich trotzdem täuschen kann
Das Video nennt den mittleren Bereich Working Space / Design Screen. Das ist deine visuelle Kontrollzone.
Nutze den Design Screen für drei schnelle Checks:
- Selektion: Klicke das Objekt an, das du wirklich bearbeitest.
- Optische Balance: Ist Text optisch zentriert?
- „Unmöglicher Faden“-Check: Gibt es extrem kleine Sprungstiche oder Linien (unter 1 mm), die eine reale Nadel kaum sauber ausführen kann?
Reality-Check: Bildschirm vs. Schwerkraft
Am Bildschirm ist alles perfekt flach. Du siehst dort keine Rahmenabdrücke (glänzende Ringe) und auch kein Flagging (Material „hüpft“ unter der Nadel).
In der Praxis kann zu strammes Einspannen in einem klassischen Kunststoffrahmen Fasern schädigen – ein typischer Konflikt zwischen „Software-Perfektion“ und Materialgrenzen.
Hardware-Hinweis: Wenn du ständig gegen Materialwanderung oder Rahmenabdrücke kämpfst, ist das selten ein Software-Problem. Magnetrahmen für Stickmaschine halten das Material fest, ohne den „Quetschdruck“ eines Schraubrahmens – dadurch wird weniger verzogen, bevor die Nadel überhaupt einsticht.

Object Properties (rechts): Die Schaltzentrale für die „Physik“
Im Video wird rechts das Panel Object Properties gezeigt. Dort veränderst du u. a. Stichart, Einstellungen, Farben und Nähreihenfolge.
Das ist eines der wichtigsten Panels, wenn es um saubere Stickbilder geht. Hier steuerst du, wie stark das Design das Material belastet.
Einstellungen, die du im Blick behalten solltest
Im Video werden Sticharten wie Tatami und Satin sichtbar. Für die Praxis sind vor allem zwei Punkte entscheidend:
- Stichdichte / Spacing:
- Typischer Startwert: oft um 0,40 mm.
- Einsteiger-sicher: 0,40 mm – 0,45 mm.
- Praxis: Bei lockerer Maschenware kann mehr Spacing (Richtung 0,45 mm) helfen, damit sich weniger Faden „staut“ und der Stoff weniger verzieht.
- Pull Compensation:
- Physik: Stiche ziehen Material nach innen – Kreise werden oval.
- Gegenmaßnahme: Pull Compensation erhöhen (häufig im Bereich 0,20 mm – 0,40 mm, je nach Material), damit Kanten sauber schließen.

Profi-Gewohnheit: „Nur eine Variable gleichzeitig“
Ändere rechts immer nur einen Parameter und kontrolliere dann in der Mitte, was sich sichtbar verändert (Stichbild, Stichanzahl, Textur).
Wenn du ein Design in Serie stickst (Vereinslogos, Arbeitskleidung), ist konstantes Einspannen genauso wichtig wie Dichte. Eine Magnetische Einspannstation reduziert Platzierungsfehler („wo genau sitzt das Logo?“) und macht deine Software-Änderungen über 50 Teile hinweg reproduzierbar.

Toolbars oben: Für Zoom, Raster und globale Transformationen
Im Video werden oben die Toolbars gezeigt (Zoom, Pan, Rotate, Resize).
Harte Regel:
- Wenn es beeinflusst, wie das Design näht (Dichte/Unterlage), ist es rechts.
- Wenn es beeinflusst, wie du es siehst (Zoom/Ansicht) oder die Gesamtgröße, ist es oben.
Warnung beim Skalieren: Wenn du ein Design oben z. B. um 20 % verkleinerst, prüfe danach sofort rechts, ob die Stichverarbeitung sinnvoll bleibt. Sonst hast du im schlimmsten Fall die gleiche Stichmenge in weniger Fläche – das erhöht die Belastung und kann zu Fadenrissen/Nadelproblemen führen.
Setup-Checkliste (Interface-Rundgang):
- Links: Richtige Toolbox für die Aufgabe gewählt.
- Mitte: Das korrekte Objekt aktiv angeklickt.
- Rechts: Spacing/Dichte im Bereich 0,40–0,45 mm geprüft.
- Rechts: Unterlage geprüft (z. B. Edge Run/Center Run), damit das Material stabil bleibt.
- Oben: Raster zur Ausrichtung genutzt.

Das 1-2-3-Recap aus dem Video: Routine für Geschwindigkeit
Die Video-Zusammenfassung lautet:
- Aufgabe wählen (links)
- Änderungen machen (rechts)
- Ansicht/Anpassungen (oben)
Diese Routine macht dich schnell. Im kommerziellen Alltag ist Zeit Geld – und viele unterschätzen, dass Einspannen und Rüsten oft mehr Zeit fressen als das Digitalisieren.
Bottleneck-Upgrade: Wenn dein Software-Teil schnell ist (5 Minuten), aber das Einspannen 15 Minuten kostet, lohnt sich ein Blick auf die Hardware. Stickrahmen für Stickmaschine mit einfacherem Handling – oder Magnetrahmen, die schnell schließen – reduzieren Reibung im Prozess.

Entscheidungslogik: Material + Stickvlies + Einspannen prüfen, bevor du Hatch „beschuldigst“
Das Video ist Software-fokussiert, aber Software steuert eine reale Maschine. Nutze diese Logik, um Bildschirm und Realität zusammenzubringen.
Start hier:
- 1. Ist der Stoff dehnbar? (T-Shirts, Polos, Performance Wear)
- JA:
- Software (rechts): Pull Compensation erhöhen, Dichte reduzieren (mehr Spacing).
- Stickvlies: eher Cutaway (z. B. No-Show Mesh). Tearaway ist hier oft kritisch.
- Hardware-Tipp: Wenn Rahmenabdrücke ein Thema sind, kann ein Magnetrahmen das Material halten, ohne es „aus der Form“ zu ziehen.
- NEIN (Canvas, Denim, Handtücher): -> weiter zu Schritt 2.
- JA:
- 2. Ist der Artikel sperrig oder schwer einzuspannen? (Taschen, dicke Jacken, Caps)
- JA:
- Software (links): Ausrichtung/Orientierung passend zur Einspannung prüfen (z. B. 180° gedreht).
- Hardware-Tipp: Klassische Rahmen rutschen an dicken Nähten eher. Eine Vorrichtung wie eine hoop master Einspannstation hilft bei der Ausrichtung.
- NEIN: -> weiter zu Schritt 3.
- JA:
- 3. Ist es Produktion (10+ Teile)?
- JA: Workflow „festnageln“: 1 Test, messen, Dichte/Pull Comp anpassen, dann Serie.
- NEIN: „Gut genug“ ist okay – Hauptsache sauber und sicher.

Zwei Sicherheitswarnungen (die echten Risiken sind physisch)
Software ist ungefährlich. Stickmaschinen sind Industrie-Werkzeuge. Bitte entsprechend respektieren.
Warnung: Mechanische Sicherheit
Finger, Haare sowie lose Ärmel/Schmuck von Nadelstange, Fadenhebel und bewegten Bereichen fernhalten. Beim ersten Probelauf einer neuen Hatch-Datei in Reichweite des „Emergency Stop“ bleiben. Digitalisierfehler (z. B. ein Rahmen-Crash) passieren sofort – den ersten Lauf immer aufmerksam beobachten.
Warnung: Magnet-Sicherheit
Wenn du auf Magnetrahmen umsteigst, behandle starke Magnete mit Respekt. Abstand zu Herzschrittmachern, Insulinpumpen und magnetischen Datenträgern halten. Achte auf Quetschstellen: Magnetrahmen schließen mit spürbarer Kraft. Zum Öffnen auseinander schieben, nicht aufhebeln.

„Warum näht das Design plötzlich komisch?“ – strukturiertes Troubleshooting
Auch bei sauberer Software-Bedienung kann es Probleme geben. So gehst du wie ein erfahrener Techniker vor.
| Symptom | Schnellcheck (sehen/hören/fühlen) | Wahrscheinliche Ursache & Fix |
|---|---|---|
| Vogelnest | „Ratter-/Schleif“-Geräusch; Fadenknäuel unter der Stichplatte. | Einfädeln/Spannung. Meist kein Software-Thema. Oberfaden komplett neu einfädeln, prüfen ob der Nähfuß unten ist. |
| Weißer Unterfaden oben sichtbar | Weiße Punkte auf Satinflächen. | Oberfadenspannung zu hoch oder Unterfaden nicht korrekt eingesetzt. Unterfadenspule/Bobbin-Sitz prüfen (sauber einlegen). |
| Lücken an Konturen | Outline trifft Füllung nicht. | Pull Compensation (rechts). Stoff zieht ein. Pull Comp erhöhen. Oder Materialbewegung reduzieren – z. B. mit einem Magnetrahmen im passenden System. |
| Wellen/Puckering | Stoff kräuselt um das Motiv. | Zu hohe Dichte / falsches Stickvlies. Spacing erhöhen, Cutaway prüfen. |
| Design zu klein/zu dicht | Faden reißt, Nadel „kämpft“. | Skalierung ohne sinnvolle Stichverarbeitung. Nach dem Resize rechts Dichte/Verarbeitung prüfen. |
Plattform-Hinweis: Wenn du in einem bestimmten Ökosystem arbeitest (z. B. brother Stickmaschine), bleiben die Grundprinzipien gleich – nur der Weg zum Übertragen/Starten kann anders sein.

Upgrade-Pfad: Wann besseres Einspannen mehr bringt als noch mehr Software-Tweaks
Wenn du das Hatch-Interface im Griff hast, ist der nächste Engpass oft nicht „mehr Software“ – sondern die Umsetzung am Artikel.
Professionelle Faustregel:
- Langsam, weil du Tools nicht findest: Links/Mitte/Rechts-Routine trainieren.
- Langsam wegen Rahmenabdrücken oder Re-Einspannen: Werkzeug/Einspannprozess verbessern.
Im Shop sind Magnetrahmen oft Produktivitäts-Tools, keine Luxusartikel: weniger Verzug, weniger Handkraft, schnelleres Handling. Wenn du im BERNINA-Umfeld arbeitest, kann ein kompatibler Magnetrahmen für bernina helfen, die Präzision der Maschine auszuspielen, ohne ständig mit Schraubrahmen zu kämpfen.
Operations-Checkliste (wie in der Produktion):
- Links: Richtige Aufgabe gewählt.
- Mitte: Objekt/Element verifiziert.
- Rechts: Dichte & Pull Compensation passend zum Material eingestellt.
- Oben: Skalierung mit sinnvoller Stichverarbeitung geprüft.
- Physisch: Artikel sauber eingespannt, Stickvlies passend, Hände weg von bewegten Teilen.
Wenn du diese Interface-Karte jetzt beherrschst, wird jede weitere Hatch-Lektion leichter – weil du immer weißt, wo du bist, was du veränderst und warum es zählt, sobald die Nadel auf Material trifft.
FAQ
- Q: In Hatch Embroidery 3: Wie vermeiden Einsteiger, aus Versehen globale Einstellungen zu ändern, obwohl sie eigentlich Object Properties im rechten Panel bearbeiten wollten?
A: Arbeite mit einer strikten „Ziel-Ebene“-Routine: Vor jeder Änderung kurz prüfen, ob es eine objektbezogene Änderung (rechtes Panel) oder eine globale Änderung (obere Toolbars) ist.- Benenne die Änderung bewusst: „Stich-Physik“ (rechts) vs. „Ansicht/Größe“ (oben).
- Klicke im mittleren Design Screen zuerst das exakte Objekt an, bevor du Dichte, Unterlage oder Pull Compensation anfasst.
- Ändere immer nur eine Variable und kontrolliere danach die Vorschau im Design Screen.
- Erfolgskontrolle: Nur das gewünschte Objekt ändert sich (z. B. Stichanzahl/Textur), andere Objekte bleiben unverändert.
- Wenn es trotzdem schiefgeht: Rückgängig, Objekt neu selektieren und die Reihenfolge Links (Aufgabe) → Mitte (selektieren) → Rechts (Eigenschaften) erneut durchgehen.
- Q: Welche „versteckten Verbrauchsmaterialien“ sollte man vor dem Digitalisieren in Hatch prüfen, um Puckering, abhebende Applikationen sowie Nadel-/Fadenprobleme zu vermeiden?
A: Mach einen kurzen Realitäts-Check: Software-Einstellungen funktionieren nur, wenn Nadel, Markierung und Hilfsmittel zum Job passen.- Nadeltyp prüfen: z. B. 75/11 Ballpoint für Maschenware oder 90/14 Sharp für Canvas (als sicherer Start; Handbuch der Maschine beachten).
- Temporären Sprühkleber (z. B. KK100) bereitlegen, wenn Applikationslagen fixiert werden müssen.
- Wasserlösliche Stifte für Mittelpunkte und Ausrichtung bereithalten.
- Erfolgskontrolle: Material ist sauber markiert, Lagen verschieben sich vor dem Sticken nicht, und die Nadel passt zum Stoff.
- Wenn es trotzdem Probleme gibt: Design in Hatch „entschärfen“ (Dichte runter/Spacing rauf) und die Stickvlies-Wahl erneut prüfen.
- Q: Welche Stichdichte (Spacing) und Pull-Compensation-Werte sind in Hatch ein sicherer Startpunkt für dehnbare Stoffe, um Puckering und Konturlücken zu reduzieren?
A: Für viele Einsteiger ist ein konservativer Start sinnvoll: etwa 0,40–0,45 mm Spacing und Pull Compensation je nach Bedarf in den Bereich 0,20–0,40 mm erhöhen.- Spacing bei lockeren Strick-/Jerseyqualitäten eher Richtung 0,45 mm setzen, um Fadenaufbau zu reduzieren.
- Pull Compensation erhöhen, wenn Kanten „einziehen“ oder Konturen von Füllungen wegdriften.
- Nach jeder Einzeländerung im Design Screen prüfen, was sich sichtbar verändert.
- Erfolgskontrolle: Kontur trifft Füllung, wenig Wellenbildung, Form bleibt auf dem Stoff stabil.
- Wenn es trotzdem nicht passt: Stabilisierung prüfen (bei Stretch eher Cutaway/No-Show Mesh) und sicherstellen, dass beim Einspannen der Stoff nicht gedehnt wird.
- Q: Wie verhindert man in Hatch, dass ein Design nach dem Skalieren über die oberen Toolbars zu dicht wird und Nadeln bricht?
A: Nach jedem Resize (besonders beim Verkleinern) sofort prüfen, ob die Stichverarbeitung sinnvoll bleibt und Stiche nicht „zusammengedrückt“ werden.- Oben skalieren, dann direkt rechts Dichte/Spacing-Verhalten kontrollieren.
- Prüfen, ob die Stichanzahl nicht unverändert in einer kleineren Fläche bleibt (Dichte-Spike).
- Einen ersten Probestick langsam und kontrolliert laufen lassen.
- Erfolgskontrolle: Keine wiederholten Fadenrisse, Satinflächen wirken nicht „hart“ oder überzogen.
- Wenn es trotzdem scheitert: Skalierung zurücknehmen, mit Stichanpassung skalieren (sofern unterstützt) oder Elemente neu aufbauen statt zu stark zu verkleinern.
- Q: Wie diagnostiziert und behebt man Vogelnester (Fadenknäuel unter der Stichplatte), wenn die Maschine ein schleifendes Geräusch macht?
A: Behandle Vogelnester zuerst als Einfädel-/Spannungsproblem – Hatch ist selten die Hauptursache.- Maschine stoppen und den Oberfaden komplett neu einfädeln.
- Prüfen, ob der Nähfuß unten ist (sonst greift die Oberfadenspannung oft nicht korrekt).
- Unterfaden/Spule korrekt einsetzen und Sitz prüfen.
- Erfolgskontrolle: Saubere Stichbildung ohne Fadenknäuel, das Geräusch verschwindet.
- Wenn es trotzdem bleibt: Nadelzustand prüfen und sicherstellen, dass das Design nicht zu dicht für das Material ist.
- Q: Was tun, wenn bei Satin-Stichen weißer Unterfaden oben sichtbar wird?
A: Weißer Unterfaden oben deutet meist auf zu hohe Oberfadenspannung oder eine nicht korrekt eingesetzte Spule hin.- Oberfadenspannung leicht reduzieren und erneut testen.
- Spule neu einsetzen und korrekten Sitz sicherstellen.
- Einen kleinen Testabschnitt mit moderater Geschwindigkeit laufen lassen.
- Erfolgskontrolle: Satinspalten sind sauber abgedeckt, kaum weiße Sprenkel.
- Wenn es weiterhin auftritt: Oberfaden erneut einfädeln und Nadel-/Fadenkombination zum Material prüfen.
- Q: Welche mechanischen Sicherheitsmaßnahmen sind beim ersten Probestick einer neuen Hatch-Datei wichtig, um Rahmen-Crashs und Verletzungen zu vermeiden?
A: Den ersten Lauf immer als kontrollierten Test behandeln: in der Nähe bleiben, Abstand halten, und jederzeit bereit sein, sofort zu stoppen.- Finger, Haare, lose Ärmel und Schmuck von Nadelstange, Fadenhebel und bewegten Bereichen fernhalten.
- Den ersten Durchlauf aufmerksam beobachten, weil Kollisionen sofort passieren können.
- Bei ungewöhnlichen Schlägen, „Thumping“ oder Metallkontakt sofort stoppen.
- Erfolgskontrolle: Maschine läuft ohne Kollisionen durch die Startsequenz.
- Wenn es trotzdem Probleme gibt: Platzierung/Größe gegen den Rahmenbereich prüfen und sicherstellen, dass der Stickrahmen korrekt verriegelt ist.
- Q: Welche Magnet-Sicherheitsregeln gelten bei starken Magnetrahmen, um Quetschverletzungen und Risiken für medizinische Geräte zu vermeiden?
A: Magnetrahmen wie Industrie-Magnete behandeln: Abstand zu sensiblen Geräten halten und Quetschstellen vermeiden.- Magnetrahmen fernhalten von Herzschrittmachern, Insulinpumpen und magnetischen Datenträgern.
- Finger nicht zwischen die Kontaktflächen bringen: Magnete auseinanderschieben statt auseinanderzuhebeln.
- Rahmen bewusst ansetzen und abnehmen – nicht unkontrolliert „zuschnappen“ lassen.
- Erfolgskontrolle: Rahmen schließt sicher ohne Fingerquetschung, Material sitzt fest ohne starke Verformung.
- Wenn es nicht klappt: Ladevorgang verlangsamen und die Hände so positionieren, dass die Magnet-Ausrichtung kontrolliert bleibt.
