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1 Primer: Was diese Einrichtung leistet
Eine korrekt eingerichtete Mehrnadel-Stickmaschine liefert dir konstante Fadenspannungen, saubere Fadenwege und eine Spule, die genau so viel Unterfaden freigibt, wie die Stiche benötigen. Du legst damit den Grundstein für Qualitätsstickerei – unabhängig vom Motiv.
Wenn du zusätzlich häufig Projekte mit dicken oder mehrlagigen Materialien einspannst, kann der Einsatz eines Magnetrahmen für Stickmaschine helfen, den Stoff später stabil zu führen; die Einrichtung der Maschine bleibt davon jedoch unverändert.

1.1 Zielbild
Nach Abschluss dieser Einrichtung sind alle benötigten Nadeln eingefädelt, der Fadenweg ist frei von Hängern, die Oberfadenspannungen sind aufgebaut und die Spulenkapsel sitzt klickend im Greifer. Die Maschine ist bereit für den ersten Probestich.
1.2 Grenzen und Abhängigkeiten
Spezifische Garnmarken, Nadelsysteme oder Nadelstärken werden hier nicht behandelt – sie wurden im Video nicht genannt. Was du hier bekommst, ist ein zuverlässiger, reproduzierbarer Ablauf für die Tajima SAI.
2 Vorbereitung: Arbeitsplatz, Werkzeuge, Material
Ein aufgeräumter Arbeitsplatz verhindert Fadenverwirrungen und erleichtert dir das Arbeiten in der richtigen Reihenfolge.
2.1 Arbeitsplatz
- Frei geräumte Fläche rund um die Maschine
- Genügend Licht, um Führungen, Schlitze und Markierungen sicher zu erkennen
2.2 Werkzeuge und Hilfen
- Zubehör-Fadenführer (Oberfaden-Guide)
- Einfädler (Zubehörteil) für die Nadel
- Kleiner Schlitzschraubendreher für die Spulenkapsel
2.3 Materialien
- Oberfäden auf Spulen (mehrere Farben möglich)
- Vorgewickelte Spulen mit Unterfaden (einsatzbereit)
- Spulenkapsel
Gerade für wiederholgenaue Serienarbeiten kann eine hoop master Einspannstation beim späteren Einspannen unterstützen; für die hier beschriebenen Einrichtungsschritte ist sie jedoch nicht erforderlich.
2.4 Kurzcheck
- Werkzeuge griffbereit? Einfädler und Schraubendreher liegen bereit.
- Spulen mit Oberfaden vorhanden und sortiert?
- Unterfadenspule vorgewickelt? Spulenkapsel verfügbar?
- Arbeitsplatz gut ausgeleuchtet?
3 Setup: Maschine und Fadenwege einrichten
Bevor du mit dem eigentlichen Einfädeln beginnst, bestimmst du die Reihenfolge und den Startpunkt der Oberfäden.
3.1 Nummerierung der Oberfäden
Die Tajima SAI ordnet die Oberfäden von Nr. 1 bis Nr. 8 gegen den Uhrzeigersinn – ausgehend von vorne rechts. Lege deine Spulen in genau dieser Reihenfolge auf die Ständer.


3.2 Warum diese Reihenfolge?
Die feste Reihenfolge verhindert vertauschte Fadenkanäle und minimiert Kreuzungen, die den Fadenlauf stören können. So bleibt der Weg jeder Nadel klar.
3.3 Hinweis zu späteren Rahmen
Wenn du häufig mit schwerem Gewebe arbeitest, sind Zubehörrahmen wie Stickrahmen für tajima nützlich; an der Fadenführung ändert sich nichts, wohl aber deine spätere Stabilisierung des Materials.
3.4 Kurzcheck
- Spulen in der korrekten Reihenfolge platziert?
- Ausreichend Fadenreserve auf jeder Spule?
- Fadenenden frei zugänglich?
4 Ablauf: Schritt-für-Schritt zur startklaren Maschine
Nun führst du jeden Oberfaden entlang der vorgesehenen Strecke bis durch die Nadel und richtest im Anschluss Unterfaden und Spulenkapsel ein.
4.1 Oberfaden in die Führung und Röhre einziehen
- Hake den Oberfaden in die Spitze des Zubehör-Fadenführers ein.
- Führe den Fadenführer von der Gegenseite in die Fadenröhre und ziehe den Faden durch, bis er vorn erscheint.


Profi-Tipp: Ein gerader, unverdrehter Faden gleitet leichter; streiche ihn vor dem Einziehen kurz zwischen zwei Fingern glatt. Wer später viel Cap- oder Schlauchware bestickt, arbeitet beim Einspannen oft stabiler mit tajima Klemmrahmen – der Fadenweg bleibt davon unberührt.
4.2 Durch Spannsystem führen
- Hebe die Fadenpresswelle an, um den Weg zu öffnen.

- Führe den Faden durch den ersten Fadenpresser und sauber zwischen die Spannscheiben.
- Leite ihn durch den zweiten Fadenpresser.

Achtung: Achte darauf, dass der Faden wirklich zwischen den Scheiben liegt – nicht davor. Sonst baut sich keine Spannung auf.
4.3 Über den Fadenhebel zur Nadel
- Lege den Faden auf die mittlere Fadenbahn entlang der Rille des oberen Deckels.

- Fädle durch das Loch des Fadenmitnehmers (Take-up Lever).

- Führe den Faden entlang der Rille nach unten in den Nadelbereich.
Kurzcheck: Der Faden muss sichtbar im Mitnehmer sitzen, sonst verändert sich die Fadenabgabe im Stich und das Bild wird unruhig.
4.4 In Nadelklemme, Nadelöhr und unter den Fuß
- Führe den Faden nacheinander durch Sperr-/Fangstelle, Nadelklemme und schließlich ins Nadelöhr.

- Nutze bei Bedarf den Einfädler: Dreieckmarke zeigt nach oben, Faden seitlich einlegen, zur Nadelrille schieben und ins Öhr drücken. Dann den Faden mit dem Häkchen des Einfädlers nach hinten herausziehen.

- Lege den Faden unter den Nähfuß.
Profi-Tipp: Gerade bei dickerem Oberfaden minimierst du Reibung, wenn du das Fadenende direkt nach dem Einfädeln 10–12 cm nach hinten herausziehst. Wer oft dicken Stoff nutzt, profitiert beim Einspannen später von einem Magnetrahmen für tajima Stickmaschinen, weil er Lagen sicher zusammenhält.
4.5 Richtungspfeil am Fadenbruchsensor kontrollieren
Rund um die Fadenbruch-Erkennungsscheibe ist ein Pfeil eingeprägt, der die Laufrichtung vorgibt. Kontrolliere, dass dein Faden genau dieser Richtung folgt. Das verhindert Fehlauslösungen und unnötige Stopps.
4.6 Fadenpresswelle verriegeln
Setze die Fadenpresswelle zurück und drücke sie nach unten, bis sie hörbar einrastet. So ist das Spannsystem bereit für den Betrieb.

4.7 Unterfaden: Spulenkapsel vorbereiten
- Öffne die vordere Bettabdeckung und entnimm die Spulenkapsel am Haltehebel aus dem Greifer.

- Setze die Spule so ein, dass der aufgewickelte Unterfaden im Uhrzeigersinn abläuft.

- Halte das Fadenende und führe den Unterfaden durch den Schlitz in der Spulenkapsel bis an die Federkante.

- Ziehe ca. 5 cm Unterfaden aus der Kapsel heraus.
Achtung: Ziehst du am Faden, muss sich die Spule in der Kapsel in die Gegenrichtung drehen – so erkennst du die korrekte Einlage bereits vor dem Einsetzen.
4.8 Spulenkapsel einsetzen
- Schiebe die bestückte Spulenkapsel in den Greifer, bis ein deutliches Klicken die Verriegelung bestätigt.
- Schließe die Bettabdeckung.
4.9 Unterfadenspannung prüfen und ggf. justieren
- Hänge die Spulenkapsel am Fadenende ein und schwinge sie vor und zurück. Kommt der Faden langsam nach, passt die Spannung.

- Falls nötig, justiere die Schraube an der Spulenkapsel mit dem kleinen Schlitzschraubendreher in kleinen Schritten.
Profi-Tipp: Merke dir Ausgangsstellungen (z. B. 12-Uhr-Position) und drehe nur um 1/8 Umdrehung pro Schritt. Für Ärmel- oder Schlauchware kann später ein Zylinderrahmen für Ärmel beim Einspannen helfen, die hier gezeigten Fadeneinstellungen bleiben dabei gleich.
4.10 Abschluss-Kurzcheck
- Oberfadenwege: Alle Nadeln identisch und ohne Hänger geführt?
- Pfeilrichtung am Sensor befolgt?
- Fadenpresswelle eingerastet?
- Spule richtig herum eingelegt, Kapsel klickend im Greifer?
- Unterfadenspannung: Schwingtest ergibt langsame Fadenfreigabe?
5 Qualitätskontrolle: So erkennst du perfekte Vorbereitung
Gute Vorbereitung zeigt sich, bevor die Maschine die ersten Stiche näht.
5.1 Sicht- und Tastmerkmale
- Oberfäden liegen sauber in allen Führungen; nirgends über Kreuz.
- Der Faden sitzt zwischen den Spannscheiben und lässt sich mit leichtem Widerstand ziehen.
- Im Fadenmitnehmer ist der Faden sichtbar eingehängt.
- Das Fadenende liegt glatt unter dem Nähfuß.
5.2 Mechanische Bestätigung
- Deutliches Einrasten der Fadenpresswelle
- Spulenkapsel sitzt fest, hörbares Klicken beim Einsetzen
5.3 Funktionale Tests
- Schwingtest der Spulenkapsel: Der Faden gleitet langsam nach (nicht ruckartig, nicht frei fallend).
- Leichtes manuelles Ziehen am Oberfaden erzeugt gleichmäßigen Widerstand.
Kurzcheck: Wenn einer der Punkte nicht passt, korrigiere sofort – spätere Fehlersuche während des Stickens kostet mehr Zeit.
6 Ergebnis & Weiterverwendung
Ist alles korrekt eingerichtet, ist die Tajima SAI bereit für Teststiche und deinen ersten Auftrag. Du hast nun reproduzierbare Fadenspannungen und einen stabilen Fadenlauf – die beste Ausgangslage für ein gleichmäßiges Stichbild ohne Überraschungen.
Wenn du im nächsten Schritt dein Material einspannst, kannst du je nach Projektanforderung auf Zubehörrahmen zurückgreifen. Wer mit schweren Textilien oder mehrlagigen Sandwiches arbeitet, profitiert häufig von einem Mighty Hoop für tajima, weil sich das Einspannen vereinfachen kann; die hier erarbeiteten Fadenwege und Spannungen bleiben jedoch unverändert.
7 Troubleshooting & Fehlerbehebung
Selbst bei sorgfältiger Einrichtung können Symptome auftreten. Gehe systematisch vor – Symptom, mögliche Ursache, gezielte Maßnahme.
7.1 Oberfaden reißt kurz nach Start
- Mögliche Ursache: Faden nicht zwischen den Spannscheiben; Fadenlauf entgegen Pfeilrichtung am Sensor; Nadelöhr nicht korrekt getroffen.
- Maßnahme: Oberfadenweg komplett erneut legen; Spannungssystem prüfen; mit Einfädler neu durch das Öhr gehen. Achte darauf, dass der Faden unter dem Fuß liegt.
7.2 Unregelmäßiges Stichbild, Schlaufen oben
- Mögliche Ursache: Unterfadenspannung zu locker; Spule falsch herum eingelegt.
- Maßnahme: Schwingtest wiederholen; Spulenkapsel-Schraube minimal anziehen; kontrollieren, ob die Spule im Uhrzeigersinn in die Kapsel eingelegt wurde.
7.3 Fehlstiche, Aussetzer
- Mögliche Ursache: Faden nicht im Take-up Lever; Faden hängt an einer Führung.
- Maßnahme: Faden über die Rille neu zum Mitnehmer führen und durch dessen Loch legen; alle Führungen auf Hänger prüfen.
7.4 Unterfaden sichtbar auf der Oberseite
- Mögliche Ursache: Oberfadenspannung zu klein oder Oberfaden nicht korrekt im Spannsystem.
- Maßnahme: Oberfaden erneut durch beide Presser und die Scheiben führen; bei Bedarf Oberfadenspannung geringfügig erhöhen (falls an der Maschine vorgesehen; im Video wurden keine Zahlenwerte genannt).
7.5 Spulenkapsel lässt sich nicht „klickend“ einsetzen
- Mögliche Ursache: Kapsel nicht richtig ausgerichtet; Fadenrest blockiert den Sitz.
- Maßnahme: Kapsel entnehmen, Fussel und Fäden entfernen, neu ausrichten und bis zum Klicken einsetzen.
Achtung: Vermeide große Schraubendreher-Drehungen an der Spulenkapsel. Arbeite in kleinen Inkrementen und teste nach jeder Anpassung.
Profi-Tipp: Dokumentiere deine Grundstellung (Foto oder kurze Notiz). So findest du bei Projektwechsel schnell zu einer bewährten Basiskonfiguration zurück. Wer viele verschiedene Materialien nutzt, hat darüber hinaus Vorteile, wenn das Einspannen später zügig und stabil erfolgt – zum Beispiel mit einem Magnetrahmen für tajima bei dickeren Stoffen oder einem Stickrahmen für tajima für Standardware.
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Kurz noch zur Praxis: Der in dieser Anleitung beschriebene Fadenweg ist für jede verwendete Nadel identisch. Wiederhole die Abschnitte 4.1 bis 4.6 für alle Nadeln, die du im Projekt einsetzen willst. Das sorgt für Gleichmäßigkeit über alle Farben hinweg und minimiert spätere Anpassungen.
